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Aktuell Welt

Putin in Italien: Gute Laune trotz schlechter Stimmung

Freundlich empfing Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi den Kremlchef Wladimir Putin auf der Expo in Mailand. Dann machte Putin seinem Ärger über die G7-Staaten Luft.

Derzeit habe Russland "keine Beziehungen" zu der Gruppe der sieben traditionellen Industrienationen, sagte Wladimir Putin (im Artikelbild rechts) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Italiens Premierminister Matteo Renzi (links im Bild) auf dem Expo-Gelände in Mailand. Er warf den G7-Staaten vor, nicht mehr an den russischen Einschätzungen politischer Entwicklungen interessiert zu sein.

Bisher habe die Regierung in Moskau eine alternative Sicht der Dinge angeboten, sagte Putin bei seinem Staatsbesuch in Rom. "Unsere Partner haben entschieden, dass sie diese Alternative nicht mehr brauchen", so Putin weiter. Russland werde daher in Zukunft nur noch bilateral mit den sieben führenden Wirtschaftsländern zusammenarbeiten.

Russland war bis 2014 ein Teil des G8-Gremiums. Wegen der Ukraine-Krise hatten ihn die G7-Staaten - Deutschland, die USA, Italien, Frankreich, Großbritannien, Japan und Kanada - ausgeschlossen. Bei ihrem Gipfel am Wochenende im bayerischen Elmau hatten die Staatschefs Russland mit weiteren Sanktionen gedroht.

In Mailand forderte Putin, die Sanktionen sofort zu beenden. "Entweder diese werden abgeschafft, oder sie werden geändert, um jene Unternehmen zu unterstützen, die mit uns zusammenarbeiten wollen", so der Kremlchef. Diese betreffe sowohl Verträge im Bereich Verteidigung sowie im technologischen Bereich.

Russlands Pavillion bei Expo 2015 in Mailand (Foto: REUTERS)

200 Kreml-Fans erwarteten Putin im russischen Pavillion auf der Expo in Mailand

Russlands Verhältnis zu Italien gilt derzeit als weniger angespannt als das zu anderen EU-Ländern und den USA. Doch auch der Handel mit dem südeuropäischen Land sei im vergangenen Jahr um zehn Prozent und im ersten Quartal dieses Jahres um 25 Prozent eingebrochen, bemerkte Putin.

Minsk II soll umgesetzt werden

Zur Lage in der Ukraine erklärten Putin und sein Gastgeber Renzi, das Minsker Friedensabkommen vom Februar dieses Jahres müsse umgesetzt werden. Laut dem italienischen Regierungschef gebe es allerdings erhebliche Differenzen in der Bewertung des Konflikts. Die Regierung in Moskau hat Vorwürfe des Westens zurückgewiesen, die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine direkt zu unterstützen. Seit April 2014 liefern sich in der Ostukraine Regierungstruppen und prorussische Separatisten blutige Kämpfe. Nach UN-Schätzungen wurden dabei mehr als 6400 Menschen getötet.

Nach dem Treffen mit Renzi bekam Putin eine Audienz bei Papst Franziskus im Vatikan. Auch dabei ging es unter anderem um den Ukraine-Konflikt. Auf seinem Italien-Programm stehen außerdem noch Treffen mit dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella und dem ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, ein enger Freund Putins.

nem/pab (dpa, rtr)