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Sport

Putin handelt, Gorbi appelliert

Es sind die letzten Versuche, den Ausschluss russischer Sportler von den Olympischen Spielen zu verhindern. Spätestens am Dienstag soll bekannt gegeben werden, ob erstmalig ein Land wegen Staatsdopings verbannt wird.

Vor der wegweisenden Entscheidung des IOC über einen Ausschluss aller russischen Sportler von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro hat Staatspräsident Wladimir Putin zum wiederholten Mal ein klares Anti-Doping-Bekenntnis abgegeben.

"Die offizielle Position der russischen Regierung, des Präsidenten und von uns allen ist, dass es im Sport keinen Platz für Doping gibt und geben kann", sagte Putin, der seinen Ministern auftrug, eine Anti-Doping-Kommission zu installieren.

IOC-Mitglied als Leiter der neuen Kommission

Gute Freunde: Bach (r.) und Putin reden bei der Eröffnungsfeier in Sotschi miteinander

Gute Freunde: Bach (r.) und Putin

Die Leitung übernehme vermutlich der 81-jährige Witali Smirnow, der seit 45 Jahren Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sei, sagte Putin am Freitag in Moskau. "Er hat einen absolut tadellosen Ruf und genießt das Vertrauen der olympischen Familie", meinte der Präsident der Agentur Interfax zufolge.

Am Sonntag berät die 15-köpfige IOC-Exekutive darüber, ob erstmals in der Geschichte Olympischer Spiele ein Land wegen Staatsdopings von den Spielen verbannt wird. Bis spätestens Dienstag will IOC-Chef Thomas Bach eine Entscheidung verkünden.

Kein Treffen zwischen Bach und Putin

Ein schnelles Krisentreffen zwischen Bach und Putin soll es angeblich nicht geben. "Eine solche Zusammenkunft wird es in allernächster Zeit nicht geben. Wir erwarten um diesen Sonntag herum die weiteren Entscheidungen des IOC", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow.

Russland hoffe weiter auf eine Starterlaubnis für "saubere" Athleten bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro. "Sportler, die weder des Dopings überführt wurden noch verdächtigt werden, sollten das Recht haben, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Das ist die Entscheidung, auf die wir zählen", sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge. Die Führung in Moskau werde die berechtigten Interessen der russischen Sportler weiter schützen, gegebenenfalls auch vor Gericht.

"Kollektivstrafe unannehmbar"

Außenminister Sergej Lawrow kritisierte den Olympia-Ausschluss der russischen Leichtathleten als großen Fehler. Eine komplette Sperre russischer Sportler wäre aus seiner Sicht ein Verstoß gegen die Olympische Charta, meinte Moskaus Chefdiplomat.

Ein Portrait des ehemalige Präsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow im Jahr 2011

Ein Ex-Präsident mit Gewicht: Gorbatschow

Eindringlicher ist jedoch der Appell von Ex-Sowjetpräsident Michail Gorbatschow an IOC-Chef Bach: "Mich beunruhigt und betrübt die Möglichkeit, dass dann (...) zusammen mit den Tätern auch Unschuldige bestraft werden", schrieb der Friedensnobelpreisträger in einem in Moskau veröffentlichten Brief. Er sei ein scharfer Gegner von Doping.

"Dieses Übel sollte ausgerottet werden", betonte Gorbatschow. Aber das Prinzip der Kollektivstrafe sei ebenfalls unannehmbar. "Es widerspricht der Kultur der olympischen Bewegung", unterstrich er. Er hoffe, dass Bach einen rechtmäßigen Beschluss fassen werde, meinte Gorbatschow. "Ich bitte Sie, bei einer Entscheidung meine Position zu berücksichtigen", appellierte der 85-Jährige.

sw/gri (dpa, sid)

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