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Aktuell Europa

Putin-Gegner Lebedew angeklagt

Die obersten russischen Ermittler haben ein Verfahren gegen den Kreml-Kritiker Lebedew eröffnet. Ihm werden im Zusammenhang mit einem Fernsehauftritt Rowdytum und Körperverletzung vorgeworfen.

Sein Ausraster in einer Fernsehshow könnte den russischen Milliardär und Kreml-Kritiker Alexander Lebedew ins Gefängnis bringen. Die höchste russische Strafermittlungsbehörde hat ein Jahr nach dem tätlichen Angriff ein Verfahren gegen den 52-Jährigen eingeleitet. Im Fall einer Verurteilung drohen Lebedew bis zu fünf Jahre Haft.

In einer Talkshow am 16. September 2011 hatten sich die Gemüter in der Debatte erhitzt. Der Geschäftsmann Sergej Polonskij hatte sich darüber beklagt, dass er ständig in der Kritik stehe und dabei auch Lebedew gemeint. Polonskij fuhr fort, er würde ihm am liebsten "auf die Fresse geben". Lebedew fühlte sich provoziert, baute sich vor Polonskij auf und fragte, ob er es ausprobieren wolle. Wenig später setzte er sich für einen Augenblick wieder hin, um sich dann plötzlich auf seinen Sitznachbarn zu stürzen und ihm mehrmals ins Gesicht zu schlagen.

Lebedew fühlt sich bedroht

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Politische Justiz: Das System Putin (17.08.2012)

Lebedew hatte Anfang August angekündigt, sich aus Russland zurückziehen zu wollen, weil er Drohungen und Erpressungen des Inlandsgeheimdiensts ausgesetzt sei. Er hatte in der Vergangenheit prominente Oppositionelle unterstützt und sich selbst wiederholt kritisch über das System Putin geäußert.

Der ehemalige KGB-Offizier betreibt in Russland unter anderem eine Bank und ist zusammen mit dem ehemaligen Präsidenten Michail Gorbatschow Teilhaber der oppositionellen Zeitung "Nowaja Gaseta". Lebedew gehören zudem die englischen Zeitungen "The Independent" und "Evening Standard".

Wegen des dehnbaren Vorwurfs des Rowdytums waren Mitte August auch drei Sängerinnen der Punkband Pussy Riot wegen einer regierungskritischen Aktion in einer Moskauer Kathedrale verurteilt worden.

hf/rb (afpd, dapd)

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