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Wirtschaftsforum St. Petersburg

Putin fordert freien Handel

In St. Petersburg treffen sich derzeit Größen aus Politik und Wirtschaft. Nach der weltweiten Kritik an Donald Trump nutzt Wladimir Putin das Rampenlicht, trifft alte Bekannte und spricht sich für freie Märkte aus.

"Wir brauchen Weisheit und eine gemeinsame Suche nach ungewöhnlichen Entscheidungen." Wladimir Putin spart beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg nicht mit Aufforderungen: "Nur gemeinsam können wir ein stetiges Wachstum erreichen", sagte der russische Präsident vor Tausenden von Zuhörern aus Politik und Wirtschaft. Russland leiste bereits einen großen Beitrag, um Lösungen für globale Probleme zu finden.

Das Forum in St. Petersburg ist die wichtigste Wirtschaftskonferenz in Russland und gilt als Visitenkarte des Kremls, um das Riesenreich international als attraktiven Standort und Partner zu präsentieren. Aufmerksam zugehört haben wohl auch der indische Regierungschef Narendra Modi und der österreichische Bundeskanzler Christian Kern, die mit Putin auf dem Podium saßen.

Seehofer als Beistand für Milliardendeal von Linde

Kurz zuvor hatte Putin auch einen alten Bekannten, den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, gesprochen. Für Seehofer ist es bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass er mit Putin zusammentrifft. Bereits im März war Seehofer schon einmal mit einer Wirtschaftsdelegation in Moskau zu Gast gewesen, ebenso im Februar 2016.

Russland Horst Seehofer mit Wladimir Putin Moskau (picture-alliance/dpa/Sputnik/V. Belousov)

Alte Bekannte: Schon zum dritten Mal ist Seehofer bei Putin

Anlass für Seehofers Reise nach St. Petersburg ist ein Milliardendeal des Linde-Konzerns mit einem russischen Unternehmen, der im Anschluss unterzeichnet wurde. Der Münchner Konzern, der Industriegase produziert und verkauft, hatte erst am Vortag grünes Licht für eine gigantische Fusion mit dem Praxair-Konzern gegeben. Im Beisein von Seehofer folgten nun Verträge über den Bau einer sogenannten Olefinanlage an einem Petrochemie-Standort in der russischen Teilrepublik Tatarstan, rund 800 Kilometer östlich von Moskau.

In dem Anlagenkomplex sollen Ausgangsstoffe für die Kunststoffherstellung produziert werden. Die Anlage soll 2022 in Betrieb genommen werden. Das Auftragsvolumen liegt zunächst bei rund einer Milliarde Euro. Linde setzt aber nach eigenen Angaben auf Folgeabkommen in den nächsten Jahren. Gleichzeitig unterzeichnete Linde nämlich eine Vereinbarung über eine strategische Zusammenarbeit mit der russischen Unternehmensgruppe, zu der der Auftraggeber gehört. Damit hebe man eine schon bestehende erfolgreiche Kooperation auf eine neue Ebene, hieß es von Linde.

Sigmar Gabriel will reden

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Wirtschaftsforum St.Petersburg

Auch ein weiterer deutscher Politiker reist nach St. Petersburg. So ist der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel dorthin unterwegs. Am Rande wird sein russischen Amtskollegen Sergej Lawrow treffen. Ob es auch zu einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin kommen wird, konnte das Auswärtige Amt bei Abflug noch nicht sicher sagen.

Anders als bei Horst Seehofer werden aber wohl keine Milliardengeschäfte unterzeichnet. Bei Gabriels Gespräch mit Lawrow wird es voraussichtlich um die Ukrainekrise und den Syrienkrieg, aber sicher auch um den Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem Pariser Klimaabkommen gehen.

Nm/kle (dpa, rtr)

 

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