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Aktuell Nahost

Putin auf schwieriger Nahost-Mission

Mitten in der Syrien-Krise besucht der russische Präsident Wladimir Putin den Nahen Osten. Den Anfang macht er in Israel, wo er sich Fragen zum iranischen Atomprogramm stellen muss.

Erstmals seit sieben Jahren besucht Wladimir Putin wieder Israel. Und wieder ist er - nach seinem Intermezzo im Amt des Ministerpräsidenten - als russischer Präsident im Heiligen Land unterwegs. Und so begann Putin seinen Tagesbesuch nach der Ankunft auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv ganz nach Art eines Staatspräsidenten: In der israelischen Küstenstadt Netanja weihte er ein Denkmal ein, das an den Sieg der Sowjetarmee über Nazi-Deutschland erinnert (Artikelbild). Die Roten Armee hatte seinerzeit unter anderem das Konzentrationslager Auschwitz befreit, außerdem dienten viele jüdische Soldaten in der Sowjetarmee.

Peres: Russland lässt Bedrohung durch Iran nicht zu

Israels Staatspräsident Schimon Peres äußerte bei der Zeremonie die Überzeugung, Russland werde eine Bedrohung durch das iranische Atomprogramm nicht zulassen. "Ich bin mir sicher, dass Russland, das den Faschismus geschlagen hat, ähnliche Bedrohungen heute nicht erlauben wird, nicht die iranische Bedrohung und nicht das Blutvergießen in Syrien", sagte Peres im Beisein Putins. Der 88-Jährige Peres erinnerte an die Rolle der sowjetischen Soldaten bei der Befreiung der Konzentrationslager. Das jüdische Volk sei dem russischen Volk zu "historischem Dank" verpflichtet.

Putin seinerseits rief Israel und die Palästinenser zu einer sofortigen Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. In Israel lebten mehr als eine Million aus der ehemaligen Sowjetunion eingewanderte Menschen und er habe ein Interesse daran, "dass sie in Frieden und Sicherheit leben können", sagte der Moskauer Staatschef. Man wolle die Beziehungen mit Israel unter anderen im Bereich des Handels, der Industrie und der Raumfahrt ausbauen, fügte er hinzu.

Netanjahu bekräftigt Forderungen an Teheran

Der russische Staatschef sprach auch mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Dabei hätten sie den Atomstreit mit dem Iran sowie die Syrien-Krise erörtert, sagte Putin, wollte aber keine Einzelheiten nennen. Netanjahu bekräftigte seine drei Forderungen an den Iran: Teheran müsse die Anreicherung von Uran stoppen, alles angereicherte Material außer Landes bringen und die Atomanlage in Fordo schließen. Netanjahu sprach sich auch dafür aus, "die Sanktionen und Forderungen an den Iran weiter zu verschärfen".

Netanjahu bat Putin außerdem, dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas seine Einladung zu einer Wiederaufnahme von Friedensgesprächen zu übermitteln. "Wir müssen anfangen zu reden", sagte Netanjahu. Die Palästinenser fordern jedoch vor neuen Verhandlungen einen vollständigen israelischen Siedlungsstopp sowie die Anerkennung der Grenzen von 1967 als Gesprächsbasis.

Am Dienstag wird Putin die Palästinensergebiete besuchen und dort Abbas treffen. Außerdem weiht er in Bethlehem ein russisches Zentrum für Wissenschaft und Kultur ein. Dort war der Kremlchef auch 2005 bei seinem letzten Staatsbesuch in Israel gewesen. Seine Nahost-Reise führt Putin dann weiter nach Jordanien. Zusammen mit König Abdullah II. weiht er dort einen Pilgerort für russische orthodoxe Christen ein.

sti//hf (afp, dpa)