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Aktuell Amerika

Punktsieg für Obama im TV-Duell

Endspurt im US-Wahlkampf. Beim dritten TV-Duell zwischen Präsident Obama und Herausforderer Romney ging es um die Außenpolitik der USA. Zwei Wochen vor der Wahl gewann der Amtsinhaber - wenn auch nur nach Punkten.

Das Ergebnis der Blitzumfragen nach der Fernsehdebatte in Boca Raton in Florida ist eindeutig: Barack Obama hat gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney gewonnen. Der TV-Sender CBS sah ihn mit 53 zu 23 Prozent deutlich vorn, bei CNN lautete das Ergebnis 48 zu 40 Prozent. Doch wird es für den demokratischen Amtsinhaber reichen? Oder ist es ein Pyrrhus-Sieg? Der Sieg bei der Wahl in zwei Wochen hängt von vielen Faktoren ab.

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Obama attackiert Romney

Kämpferischer Präsident

Barack Obama bemühte sich, seine außenpolitischen Erfolge in den Vordergrund zu stellen. Er habe den Krieg im Irak beendet, den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan für 2014 veranlasst und Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden ausgeschaltet. Seinem Herausforderer warf er fehlenden außenpolitischen Instinkt vor: "Jedes Mal, wenn Sie eine Meinung zu etwas vorlegen, liegen Sie falsch". So habe Romney den Einmarsch in den Irak unter Präsident George W. Bush unterstützt und erst jüngst in einer Wahlkampfrede Russland als "größten geopolitischen Feind der USA" bezeichnet. "Herr Gouverneur, Sie scheinen die Außenpolitik der 1980er einführen zu wollen", so der Präsident bei seinem kämpferischen Auftritt.

Im Nahost-Konflikt betonte Obama, er werde Amerikas engen Verbündeten Israel unterstützen gegen die Bedrohung aus dem Iran. Er erneuerte seine Absicht, alles dafür zu tun, dass der Iran keine Atomwaffen erhalte.

Obama betonte die weltweite Führungsrolle der USA. Die Welt brauche ein starkes Amerika, so Obama. Zugleich betonte er seine eigenen Erfolge. Er habe die Beziehungen zu vielen Staaten und Verbündeten verbessert und Amerika sei jetzt stärker als zu Beginn seiner Amtszeit.

Mitt Romney, Barack Obama und Moderator Bob Schieffer während der 3. und letzten Fernsehdebatte vor der US-Wahl. (Foto: Reuters)

Bei der Debatte über Außenpolitik wirkte Obama souveräner als Romney

Herausforderer präsentiert sich siegessicher

Mitt Romney ließ sich durch das staatsmännische Auftreten Obamas nicht aus der Ruhe bringen. Er warf seinem demokratischen Widersacher Führungsschwäche vor und dass dieser Amerikas Führungsrolle in der Welt verspielt habe. Außerdem habe der Präsident versäumt, mit einer stimmigen Politik auf die Umwälzungen in der arabischen Welt zu reagieren. Trotz vielversprechender Anfänge sei der Sturz despotischer Regime in Ägypten, Libyen und andernorts im vergangenen Jahr in "zunehmendem Chaos" gemündet, so Romney. Sein Rezept im Kampf gegen den weltweiten Terrorismus sei dagegen klar: "Meine Strategie ist, die bösen Jungs zu stören, zu töten, aus dem Bild zu löschen". Deshalb werde er bei den Militärausgaben keine Kürzungen vornehmen, sollte er zum Präsidenten gewählt werden.

Immer wieder glitt die Debatte in die Innen- und Wirtschaftspolitik ab. Romney kündigte an, er werde eine härtere Haltung im Handelskonflikt mit China einnehmen. Die USA verlören Jobs, weil Peking "nicht nach den gleichen Regeln spielt", sagte er. Außerdem erneuerte er sein Versprechen, in seiner Amtszeit zwölf Millionen neue Jobs zu schaffen.

"Swing States" im Visier

Das amerikanische Wahlsystem sieht vor, dass der Präsident von einem Wahlmännergremium gewählt wird. Jeder Bundesstaat entsendet entsprechend seiner Bevölkerungsstärke eine bestimmte Anzahl von Personen in diese Versammlung. Von besonderer Bedeutung für die Präsidentschaftskandidaten sind dabei die sogenannten "Swing States", in denen die beiden großen Parteien keine festen Mehrheiten haben. Zu den Wechselwähler-Staaten gehört neben Ohio, Wisconsin, und Colorado auch Florida, wo die gestrige Fernsehdebatte stattfand. Die Wahlen in den USA sind am 6. November.

mak/as (dpa, afp, DAPD)

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