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Wirtschaft

Puma wieder auf eigenen Füßen

Gerüchte gab es schon lange, nun ist es offiziell. Der französische Luxusriese Kering gibt die Kontrolle über den fränkischen Sportartikel-Hersteller Puma ab. Die Franzosen bleiben aber Großaktionär.

Der Luxusgüter-Konzern Kering ist bekannt für Marken wie "Gucci", "Yves Saint Laurent" und "Brioni" und hielt bisher 86 Prozent am fränkischen Sportartikel-Hersteller Puma. Nun gibt der Konzern die Kontrolle ab. So könne man sich ganz dem Wachstum der Luxushäuser widmen, so Konzern-Chef François-Henri Pinault.

70 Prozent sollen so an die Anteilseigner von Kering verteilt werden - allen voran die Unternehmerfamilie Pinault. Die Investmentgesellschaft der Pinaults, Artemis, wird mit rund 29 Prozent größter Aktionär von Puma. Kering selbst behält nur 16 Prozent. Der Streubesitz von Puma aber wächst auf 55 Prozent.

Neue Chancen 

Gerüchte über einen Verkauf oder eine Abspaltung hatten schon länger die Runde gemacht. Nach Bekanntwerden des Rückzuges von Kering sackte die Puma-Aktie ab. Dennoch könnte sich der Vorgang für Puma von Vorteil sein. Wegen des geringen Streubesitzes war Puma in den Kleinwerteindex SDax abgestiegen, obwohl das Unternehmen einen Börsenwert von 5,3 Milliarden Euro hat.

Francois Pinault Frankreich Geschäftsmann Paris (Reuters/C.Platiau)

Francois Pinault (m.) mit seinem Sohn (l.) und seinem Neffen (r.)

Künftig sind 55 Prozent der Aktien breit gestreut - bisher waren es nur 14 Prozent. An der Börse könnte das Unternehmen damit wieder eine größere Rolle spielen. Der Puma-Verwaltungsrat begrüßte den Schritt: An der Strategie von Vorstandschef Björn Gulden und seinem Team, die bereits erste Ergebnisse gezeigt habe, ändere sich nichts. "Kering und Artemis werden starke Partner von Puma bleiben." Die Aktionäre von Kering müssen der Abspaltung ("Spin-off") am 26. April auf der Hauptversammlung noch zustimmen.

Einmal vor und wieder zurück

Puma existiert seit 1948, als Rudolf Dassler die Puma Rudolf Dassler Schuhfabrik in Herzogenaurach gründete. Zuvor hatte er sich mit seinem Bruder Adolf zerstritten, der seine eigene Firma gründete: Adidas.

Kering war vor gut zehn Jahren bei Puma eingestiegen. Damals hatte sich das fränkische Traditionsunternehmen angesichts der übermächtigen Konkurrenz von Adidas und Nike stark als Mode- und Lifestyle-Marke positioniert. Inzwischen ist Puma wieder zu seinen Wurzeln als Hersteller von Sportschuhen und -bekleidung zurückgekehrt. Im vergangenen Jahr hatte Puma seine Umsatz- und Gewinnprognosen dreimal nach oben geschraubt. Der Umsatz sollte um bis zu 16 Prozent auf mehr als vier Milliarden Euro steigen, der operative Gewinn auf 235 bis 245 Millionen Euro - fast doppelt so viel wie 2016.

nm/uh (dpa, afp)

 

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