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Kultur

Pulitzerpreise 2007: Goldmedaille für "The Wall Street Journal"

Nachhaken wird belohnt: Pulitzerpreise für investigativen Journalismus - Berichte über Vetternwirtschaft und Ozeane. Neue Akzente auch in Literatur und Musik. Am 21. Mai ist die Preisverleihung.

Pulitzer-Medaille

Begehrte Auszeichnung: Pulitzer-Medaille

Die amerikanische Wirtschaftszeitung "The Wall Street Journal" ist mit dem höchsten Pulitzerpreis 2007 ausgezeichnet worden. Das Preiskomitee der Columbia-Universität in New York sprach dem zum Dow-Jones-Konzern gehörenden Blatt am Montag für seinen "Dienst an der Öffentlichkeit" die Goldmedaille zu, die nur in dieser Kategorie vergeben wird.

Bei der mit Gold ausgezeichneten Berichterstattung ging es um rückdatierte Aktionenoptionen in Millionenhöhe, die US-Manager sich selbst ausgestellt hatten. Die Recherchen des Blattes hatten zu einer landesweiten Untersuchung bei mehr als 130 Unternehmen geführt, zahlreiche Spitzenmanager wurden entlassen.

Die Zeitung gewann zudem den Preis in der Kategorie Internationale Berichte für eine Artikelserie über die Auswirkungen der industriellen Entwicklung in China. Sie ist damit die einzige Zeitung, die dieses Jahr zwei Auszeichnungen erhielt.

Weltmeere, Porträts und Bush-Kritik

Die "Los Angeles Times" wurde in der Kategorie Erklärender Journalismus für ihre Berichte über die Gefährdung der Weltmeere geehrt. Der Preis für herausragende aktuelle Berichterstattung ging an die Redaktion der Zeitung "The Oregonian" im US-Bundesstaat Portland, die behutsam und sensibel das Schicksal einer in den Bergen von Oregon vermissten Familie schilderte.

Die im vergangenen Jahr mit drei Preisen ausgezeichnete "New York Times", wurde dieses Jahr für ihr einfühlsames Porträt eines in die USA eingewanderten islamischen Religionsführers geehrt.

Archivbild, 21. August 2006, AP

Auch Bush-Kritik wird ausgezeichnet

Dem "Boston Globe" sprach die Jury den Preis für einen Bericht über das umstrittene Recht von US-Präsident George W. Bush zu, Bestimmungen von neuen Gesetzen durch eine Zusatzerklärung zu umgehen. Die "New York Daily News" erhielt den Preis für ihre engagierten Leitartikel über die Gesundheitsgefahren bei den Aufräumarbeiten nach den Terroranschlägen vom 11. September.

Schriftsteller Cormac Mc Carthy geerht

Der 73-jährige amerikanische Schriftsteller Cormac McCarthy ist für seinen packenden Endzeitroman "Die Straße" ausgezeichnet worden.

Einen neuen Akzent setzte die Jury mit der Vergabe des Musikpreises an den Jazz Saxofonisten und Komponisten Ornette Coleman. Mit seinem Album "Sound Grammar" bekam erstmals nach mehr als 50 Jahren ein nicht-klassisches Werk den Pulitzerpreis.

Literatur und Bühne

Der Autor und Drehbuchschreiber David Lindsay-Abaire bekam den Preis für sein im vergangenen Jahr in Manhattan uraufgeführtes Bühnenstück "Rabbit Hole", in dem ein Ehepaar am plötzlichen Tod seines Kindes fast zerbricht. Die Journalisten Gene Roberts und Hank Klibanoff wurden für ihre historische Aufarbeitung der Rassenkämpfe in den Südstaaten ("The Race Beat") geehrt.

Für ihr Porträt des amerikanischen Sozialreformers Henry Ward Beecher ("The Most Famous Man in Amerika") zeichnete die Jury die Yale-Absolventin Debby Applegate aus. Den Poesie-Preis bekam die Dichterin Natasha Trethewey zuerkannt, die als Dozentin für kreatives Schreiben an der Emory Universität in Atlanta arbeitet. Der texanische Journalist Lawrence Wright wurde für sein Sachbuch über die Hintergründe der Terroranschläge vom 11. September ausgezeichnet ("The Looming Tower: Al-Qaeda and the Road to 9/11").

Bedeutung des Preises

Der nach seinem Stifter, dem Journalisten und Verleger Joseph Pulitzer (1847-1911), benannte Pulitzerpreis wurde erstmals 1917 für hervorragende journalistische Leistungen vergeben.

Heute ist er mit jeweils 10.000 Dollar (rund 7.400 Euro) dotiert. Der Pulitzerpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Journalisten, Schriftsteller und Musiker in den USA. Er wird in insgesamt 21 Kategorien vergeben. (vem)

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