Puigdemont bittet spanische Regierung um Rückkehr | Aktuell Europa | DW | 23.12.2017
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Separatismus

Puigdemont bittet spanische Regierung um Rückkehr

In Spanien gibt es einen Haftbefehl gegen den entmachteten Regionalpräsidenten Kataloniens. Doch nach dem Wahlsieg der Separatisten will Carles Puigdemont so schnell wie möglich aus seinem Exil nach Barcelona zurück.

Belgien Brüssel - Ehemaliger Katalanischer Präsident Carles Puigdemont im Interview mit Reuters (Reuters/E. Vidal)

Der entmachtete katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont im Reuters-Interview

"Ich möchte so schnell wie möglich nach Katalonien zurückkehren. Das wären gute Nachrichten für Spanien", sagte Puigdemont in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters in Brüssel. Gerne wäre er noch vor der Eröffnungssitzung des Regionalparlaments am 23. Januar wieder in seiner Heimat. "Ich bin der Präsident der Regionalregierung und ich werde der Präsident bleiben, wenn der spanische Staat die Ergebnisse der Wahl respektiert", ergänzte er.

"Höre mir jeden Vorschlag an"

Puigdemont ist nach eigenen Worten bereit, sich jeden Vorschlag des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy anzuhören, auch wenn dieser kein Angebot für eine Unabhängigkeit der autonomen Region enthalten sollte. "Sollte der spanische Staat eine Anregung haben, sollten wir hinhören", sagte Puigdemont, der einen Dialog zwischen gleichberechtigten Partnern fordert.

Wahlen in Katalonien (picture-alliance/dpa/AP/E. Morenatti)

Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien feierten am Donnerstag das Ergebnis der Regionalwahl

Nach der Wahl in Katalonien wollten Rajoy und die Separatisten aufeinander zugehen. Gleichzeitig stellten sowohl Rajoy als auch Puigdemont jedoch am Freitag Bedingungen für Verhandlungen. Während der Ministerpräsident vor neuen Unabhängigkeitsbestrebungen eindringlich warnte, sah Puigdemont die Separatisten durch ihren Wahlsieg bestätigt. Sie errangen trotz leichter Verluste wieder die absolute Mehrheit im Regionalparlament in Barcelona und fügten damit Rajoy und seiner konservativen Volkspartei PP eine krachende Niederlage zu.

Rajoy bot der künftigen Regionalregierung eine Zusammenarbeit an. Gleichzeitig meinte der Regierungschef, wenn er jemanden treffen werde, dann die Vorsitzende der stärksten Kraft im künftigen katalanischen Parlament, Inés Arrimadas. Ihre Partei Ciudadanos ist gegen die Abspaltung Kataloniens von Spanien.

Puigdemont verlangt Garantien für eine Straffreiheit, sollte er nach Spanien zurückkehren. Ihm droht eine Haftstrafe, da er mit der Erklärung der Unabhängigkeit Kataloniens im vergangenen Oktober gegen die spanische Verfassung verstoßen hatte. Rajoy setzte daraufhin seine Entmachtung durch.

se/kle (rtr, afp)

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