1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Glauben

Prozession der Massen in Manila

Menschen, nichts als Menschen auf den Straßen der philippinischen Hauptstadt Manila: Jahr für Jahr wird am 9. Januar einer jahrhundertealten Jesus-Statue gehuldigt.

Phillipinen Nazarener Massenprozession in Manila (Reuters/E. De Castro)

Das schwarze Kreuz inmitten der Gläubigen

Es ist eines der weltweit größten religiösen Feste, das in Manila stattfindet: Mehrere Millionen Christen sind in einer Massen-Prozession barfuß durch die Straßen der Hauptstadt gezogen. Die Gläubigen huldigten dabei einer lebensgroßen Jesus-Statue, die durch Manila getragen wurde. Aus Furcht vor islamistischen Anschlägen fand das Fest in den Morgenstunden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Die jahrhundertealte Jesus-Figur ist der sogenannte "Schwarze Nazarener". Viele Menschen versuchen, die Statue zu küssen oder Lappen zu ergattern, die die Statue berührt haben. Sie glauben, dass die Tücher dann magische Kräfte haben und Kranke heilen können. Die Philippinen sind das einzige Land in Asien, in dem Katholiken in der Mehrheit sind. Mehr als 80 Prozent sind katholischen Glaubens.

Ohnmacht bei sengender Hitze 

Wegen der großen Menschenmassen dauert die Prozession oft mehr als 20 Stunden. Bei sengender Hitze fallen jedes Jahr Hunderte Gläubige in Ohnmacht. Nach Angaben des Roten Kreuzes mussten mehr als hundert Menschen wegen Gesundheitsproblemen behandelt werden. Im vergangenen Jahr hatte es auch zwei Todesfälle gegeben.

Phillipinen Nazarener Massenprozession in Manila (Reuters/C. Dancel)

Abkühlung für die Prozession

Die hölzerne Statue mit dem Kreuz wurde vermutlich schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus Mexiko auf die Philippinen gebracht. Ihre schwarze Farbe soll sie daher haben, dass bei der Überfahrt an Bord des Schiffes ein Brand ausbrach.

"Er wird es nicht zulassen ..."

Mehrere tausend Polizisten und Soldaten waren in Manila im Einsatz. Die USA, Großbritannien und Australien hatten ihre Bürger gemahnt, der Kundgebung sicherheitshalber fernzubleiben. Die Angst vor islamistischem Terror schreckte jedoch nur wenige Philippiner ab. Einer der Gläubigen, Eric Salazar, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Der Schwarze Nazarener wird uns schützen. Er wird es nicht zulassen, dass irgendeinem von uns Gläubigen etwas Böses passiert."

ml/as (dpa, ap)