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Deutschland

Prozessauftakt gegen Sauerland-Gruppe

Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Mammut-Prozess gegen die so genannte Sauerland-Gruppe begonnen. Angeklagt sind vier junge Männer.

Bilder drei Terrorverdächtigen auf dem Weg zum Haftprüfungsterimin. (Foto: dpa)

Im September 2007 wurden die ersten drei Terrorverdächtigen im Sauerland aufgespürt

Die Bundesanwaltschaft wirft den zum Islam konvertierten Deutschen Fritz Gelowicz und Daniel Schneider, dem Deutsch-Türken Attila Selek und dem Türken Adem Yilmaz unter anderem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines Sprengstoffanschlages sowie Verabredung zum Mord vor. Schneider muss sich zudem wegen versuchten Mordes verantworten, weil er bei seiner Festnahme auf einen Polizisten geschossen haben soll.

Verheerende Anschläge geplant

Porträt des Terrorverdächtigen Attila Selek. (Foto: AP)

Der Deutsch-Türke Attila Selek wurde erst im November 2007 in der Türkei festgenommen

Nach Einschätzung der Ermittler wollten die Angeklagten im Herbst 2007 mit einer Serie von Autobombenanschlägen zeitgleich in Pubs, Diskotheken und auf dem US-Fliegerhorst Ramstein möglichst viele US-Bürger töten. Den Ermittlungen zufolge gehörten die Männer der "Islamischen Dschihad-Union" an, die auch Kontakte zum Terror-Netzwerk El Kaida unterhält. Mit der Tat wollten sie wohl die kurz darauf anstehende Entscheidung des Bundestags über die Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan beeinflussen.

US-Geheimdienst brachte den entscheidenden Tipp

Blaue Fässer mit Chemikalien (Foto: AP)

Mit einem hochexplosiven Wasserstoffperoxid-Gemisch wollten die Männer möglichst viele Menschen töten

Nach einem Hinweis des US-Geheimdienstes hatten rund 600 deutsche Ermittler die Verdächtigen monatelang überwacht. Dabei beobachteten sie auch, wie sich die Gruppe rund 700 Kilogramm Wasserstoffperoxid beschaffte - genug zur Herstellung von etwa 550 Kilogramm Sprengstoff. Die vermutlich drei geplanten Bomben hätten damit eine verheerende Wirkung gehabt. Beim Aufkochen der Chemikalie in einem Ferienhaus im Sauerland nahm die Polizei die Männer Anfang September 2007 schließlich fest. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu 15 Jahre Haft wegen der Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung und der Vorbereitung von Anschlägen. Der Prozess dürfte zwei Jahre dauern. Generalbundesanwältin Monika Harms sprach nach der Festnahme der vier Männer von einer der bisher schwerwiegendsten Terrorplanungen in Deutschland.

Offenbar neues Terrorvideo aufgetaucht

Drei vermummte Männer sitzen vor einem Banner mit islamischer Schrift. (Foto:AP)

Im Internet tauchen immer wieder Video-Botschaften von Terroristen auf

Kurz vor dem Auftakt des Terror-Prozesses ist laut "Bild-Zeitung" ein neues Terrorvideo im Internet aufgetaucht. Darin hetze ein "Kommander Mohammad" gegen Deutsche und Juden. Die Bundesregierung wird darin als "verbrecherische Regierung" bezeichnet, deren "Großvater Hitler" die Juden getötet habe. Urheber dieser dritten Videobotschaft mit Deutschlandbezug in diesem Jahr sei erneut die El-Kaida nahe "Islamische Bewegung Usbekstan" (IBU), berichtete das Blatt. Das Video sei vor knapp zwei Wochen vom Verfassungsschutz auf einer usbekischen Homepage entdeckt worden. (as/wa/rtr/dpa/ap/afp)


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