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Fokus Osteuropa

Prozess wegen Mordes an Forbes-Journalisten in Moskau vertagt

Am 10. Januar fand in Moskau eine Anhörung im Mordfall des amerikanischen Journalisten, des Chefredakteurs der russischen Ausgabe der Zeitschrift Forbes, Paul Khlebnikov, statt – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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Paul Khlebnikov wurde 2004 in Moskau erschossen

Im Saal des Moskauer Stadtgerichts befanden sich nur das Gerichtskollegium, die Angeklagten, Vertreter der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft sowie die Geschworenen. Die Presse war nicht zugelassen. Die Anwältin der Familie des amerikanischen Journalisten, Larissa Maslennikowa, sagte in einem Gespräch mit der Deutschen Welle, sie habe Verständnis dafür, dass der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinde: „Man kann nicht sagen, dass er streng hinter verschlossenen Türen stattfindet. Einige Journalisten könnten einfach überflüssig sein. Das wird emotional aufgefasst. Diejenigen, die Informationen bekommen wollen, erhalten sie. Die für eine Berichterstattung notwendigen Informationen geben wir weiter. Ich habe Verständnis für den Beschluss des Gerichts, obwohl ich auf Bitte meines Vollmachtgebers beantragt hatte, dass der Prozess teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, wo das notwenig ist.“ Der Rest des Prozesses sollte offen sein, betonte die Anwältin.

Drei Männer auf der Anklagebank

Der Pressesprecherin des Moskauer Stadtgerichts, Anna Usatschowa, zufolge sollte während der Anhörung der staatliche Kläger die Vorwürfe und das Prüfungsverfahren der Beweise erläutern. Auf der Anklagebank sitzen die zwei Einwohner Tschetscheniens Kasbek Dukusow und Mussa Wachajew, aber auch der Moskauer Notar Fail Sadretdinow. Niemand von ihnen legte während der Anhörung am 10. Januar ein Geständnis ab. Dukusow und Wachajew verhielten sich ruhig. Sadretdinow hingegen protestierte während der Anhörung gegen das Verfahren.

Staatsanwaltschaft spricht von Auftragsmord

Paul Khlebnikov, der Chefredakteur der russischen Ausgabe der Zeitschrift Forbes, wurde am 9. Juli 2004 in Moskau erschossen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um einen Auftragsmord handelt. Als Auftraggeber wird einer der Hauptfiguren in Khlebnikovs Buch „Interview mit einem Barbaren“, der Vertreter der so genannten Regierung Itschkeriens, Chosch-Achmed Nuchajew, genannt.

Haben Zeugen Angst?

Die Ermittlungen im Mordfall des amerikanischen Journalisten dauerten mehr als ein Jahr. Die Anklageschrift umfasst der Anwältin der Familie Khlebnikov zufolge 600 Seiten. Die Kläger wollen 150 Zeugen laden, die Verteidigung zehn. Maslennikowa äußerte die Hoffnung, dass die Menschen, die bereits ausgesagt haben und noch aussagen wollen, vor Gericht auch erscheinen: „Das ist für uns ein viele größeres Problem, damit die Menschen keine Angst haben, vor Gericht zu erscheinen und auszusagen.“

Prozessbeginn am 18. Januar

Der Anwalt der Angeklagten, Ruslan Chasanow, sagte, er rechne mit einem langen Verfahren. Der Prozess wegen Mordes an dem US-Journalisten Paul Klebnikov wurde am inzwischen um eine Woche verschoben. Als neuen Termin setzten die Richter in Moskau

den 18. Januar an.

Jekaterina Abramowa, Moskau

DW-RADIO/Russisch, 11.1.2006, Fokus Ost-Südost