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Politik

Prozess um Sklavenarbeit in China

Einen Monat nach der Aufdeckung von Sklavenarbeit in chinesischen Ziegeleien sind am Mittwoch zwölf Verantwortliche vor Gericht gestellt worden. Die Anklage lautet auf Freiheitsberaubung, Zwangsarbeit und Mord.

Ein Vater sucht in einer Ziegelei nach seinem vermissten Kind

Ein Vater auf der Suche nach einem vermissten Kind in Yuncheng

Es ist der erste Prozess wegen Sklavenarbeit unter anderem von Kindern, die nach Angaben von Angehörigen noch längst nicht vollständig aufgedeckt ist, da weiterhin noch viele Kinder vermisst werden. Der Skandal hatte landesweit Empörung ausgelöst.

In dem Prozess in der nordchinesischen Provinz Shanxi geht es zunächst um 32 Opfer, die mit der Aussicht auf Arbeit angelockt und dann entführt worden seien, um als Sklaven in der Ziegelei des Dorfes Caosheng nahe Hongtong zu arbeiten. Unter den Angeklagten ist der Besitzer der Ziegelei und Sohn des örtlichen Parteichefs, Wang Bingbing. Den Männern werden Mord, Freiheitsberaubung und Zwangsarbeit zur Last gelegt.

Befreite Sklaven

Die Arbeiter wurden gezwungen, lange zu arbeiten und erhielten nur schlechtes Essen, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Wachhunde hinderten sie an der Flucht. Viele erlitten Verbrennungen und andere Verletzungen. Ein Arbeiter kam im November 2006 ums Leben. Er wurde angeblich zu Tode geprügelt, weil er nicht schnell genug gearbeitet habe.

Seit der Enthüllung des Skandals sind nach offiziellen Angaben nahezu 600 Sklavenarbeiter, unter ihnen Dutzende Kinder, aus Ziegeleien und illegalen Bergwerken im Norden des Landes befreit worden. 38 Verantwortliche seien festgenommen worden, schrieb Xinhua.

"Spitze des Eisbergs"

Der Skandal um Sklavenarbeit in den Provinzen Shanxi und Henan war an die Öffentlichkeit gelangt, nachdem 400 verzweifelte Eltern Anfang Juni mit einem Internet-Aufruf auf die Versklavung ihrer Kinder aufmerksam gemacht hatten. Die Väter der vermissten Kinder gehen davon aus, dass bisher nur "die Spitze des Eisbergs" bekannt ist. Ihre Kinder sind bis heute nicht gefunden. Die Väter befürchten, dass sie von skrupellosen Geschäftemachern versteckt gehalten werden.

Die chinesische Regierung bemüht sich derzeit um einen besseren Schutz von Arbeitern. In der vergangenen Woche verabschiedete das Parlament ein Gesetz, nach dem Arbeitgeber strafrechtlich verfolgt werden können, wenn sie zulassen, dass ihre Arbeiter zu Schaden kommen. (wga)