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Malaysia

Prozess um Mord an Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un

Zwei Frauen sind angeklagt, am Flughafen von Kuala Lumpur den Nordkoreaner Kim Jong Nam mit Nervengift getötet zu haben. Steckt Pjöngjang hinter dem Attentat auf den Halbbruder von Nordoreas Herrscher?

Malaysia Kuala Lumpur Prozess gegen Vietnamesin Doan Thi Huong wegen Tötung von Kim Jong Nam (Reuters/Lai Seng Sin)

Ankunft einer der Angeklagten vor Gericht

Der Prozess gegen eine 25-jährige Indonesierin und eine 29-jährige Vietnamesin hat in Malaysia unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Die beiden Angeklagten wurden in Handschellen und schusssicheren Westen in den Verhandlungssaal geführt. Rund 200 Sicherheitskräfte bewachten das Gerichtsgelände.

Alles nur ein Scherz?

Die beiden Frauen sollen im Februar Kim Jong Nam, den in Ungnade gefallenen Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, mit dem Nervengift VX getötet haben. Sie selbst plädierten zum Prozessauftakt auf unschuldig und gaben an, von einem Fremden angeheuert worden zu sein und anfangs alles nur für einen Scherz gehalten zu haben.

Kim Jong Nam, Bruder von Nordkoreas Diktator Kim Jong Un (picture-alliance/dpa)

Kim Jong Nam war Pjöngjang ein Dorn im Auge, weil er die geplante Machtübergabe an seinen jüngeren Bruder kritisiert hatte (Archivbild aus 2010)

Staatsanwalt Muhamad Iskandar Ahmad zeigte sich dagegen überzeugt von der Täterschaft der beiden Frauen. Sie hätten sich Kim am Flughafen genähert "und ihm eine giftige Flüssigkeit in die Augen und ins Gesicht gesprüht", so der Ankläger. "Die Beweise belegen eindeutig, dass ihre Handlungsweisen den Tod des Opfers verursacht haben." Von den mutmaßlichen Hintermännern ist niemand in Haft, nach Angaben der Verteidigung sind sie längst aus Malaysia geflohen.

Rache am abtrünnigen Familienmitglied?

Südkorea verdächtigt die Führung im isolierten Nordkorea, hinter dem Attentat auf den Sprössling der herrschenden Kim-Dynastie zu stecken. Pjöngjang bestreitet das. Der 45-jährige Kim Jong Nam, einstiger Hoffnungsträger, war bereits vor längerer Zeit abtrünnig geworden und hatte das Land verlassen.

Der Mord führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Malaysia und Nordkorea. Beide Staaten wiesen die jeweiligen Botschafter aus und untersagten zeitweilig den Bürgern des jeweils anderen Landes die Ausreise.

fab/se (afp, dpa)

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