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Aktuell Europa

Prozess um Bettencourt-Affäre begonnen

Im Prozess geht es um Betrug, Bestechung und Erbschleicherei: Opfer soll die L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt sein. Angeklagt ist auch der einstige Sarkozy-Vertraute und UMP-Schatzmeister Woerth.

Auf der Anklagebank sitzen einst einflussreiche Politiker, Finanzberater, Anwälte, renommierte Künstler. Der Skandal um die Alleinerbin des Kosmetikkonzerns L'Oréal, Liliane Bettencourt, hat bereits Kreise bis tief in das Machtgefüge Frankreichs hinein gezogen. Als sei der Prozess in Bordeaux nicht schon spektakulär genug, wurde sein Auftakt noch durch eine Meldung über einen mysteriösen Selbstmordversuch überschattet.

Bettencourts früherer Krankenpfleger, Alain Thurin, habe am Sonntag versucht, sich in einem Wald in der Nähe seines Hauses zu erhängen, teilte der stellvertretende Staatsanwalt Gérard Aldigé mit. Unklar war zunächst, ob der Ex-Krankenpfleger überlebte. Ihm und neun weiteren Angeklagten wird vorgeworfen, der heute 92-jährigen Bettencourt über Jahre hunderte Millionen Euro aus der Tasche gezogen zu haben.

Den Angeklagten wird insbesondere "Ausnutzung der Schwäche" der alten Dame vorgeworfen, die laut einem medizinischen Gutachten seit Jahren an Demenz leidet.

Angeklagt ist auch der einstige Vertraute von Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und frühere Schatzmeister der konservativen Partei UMP, Eric Woerth (Artikelfoto r.). Er soll laut Zeugenaussagen rund 150.000 Euro an illegalen Spenden für den Präsidentschaftswahlkampf Sarkozys im Jahr 2007 eingestrichen haben.

Liliane Bettencourt: Heute 92 Jahre alt, an Demenz leidend. Alleinerbin des L'Oréal-Konzerns (foto: Getty Images)

Liliane Bettencourt: Heute 92 Jahre alt, an Demenz leidend. Alleinerbin des L'Oréal-Konzerns.

Die weit verzweigte Finanzaffäre um Bettencourt hatte Frankreich schwer erschüttert, vor allem weil auch der damalige Präsident Sarkozy in den Verdacht geriet, selbst Geld von der vermutlich reichsten Frau des Landes angenommen zu haben.

Ein Ermittlungsverfahren gegen Sarkozy war 2013 aber aus Mangel an Beweisen eingestellt worden.

SC/sti (afp, APE)