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Aktuell Nahost

Prozess gegen Oppositionelle in Bahrain wird neu aufgerollt

Neue Hoffnung für 21 inhaftierte Oppositionelle in Bahrain: Ein Gericht hat entschieden, dass ihr umstrittener Prozess doch noch mal verhandelt werden soll.

In Bahrain wird ein umstrittener Prozess gegen 21 Oppositionelle neu aufgerollt. Unter ihnen ist auch der bekannte Menschenrechtsaktivist Abdelhadi al-Chawadscha, sagte sein Anwalt Mohammed al-Dschischi gegenüber Medien. Al-Chawadscha, der auch die dänische Staatsbürgerschaft besitzt, war nach Protesten im Frühjahr 2011 von einem Sondergericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er befindet sich seit dem 8. Februar in einem Hungerstreik und ist den Angaben seiner Familie zufolge mittlerweile in Lebensgefahr.

Weiter in Haft

Der sich im Hungerstreik befindende Aktiviste Abdelhadi al-Chawadscha aus Bahrain (Foto: Bahrain Centre for human rights)

Befindet sich nach Angaben seiner Familie in Lebensgefahr: Abdelhadi al-Chawadscha

Bei einer kurzen Anhörung am Montag habe Bahrains oberstes Berufungsgericht die Berufungsanträge von den Demokratieaktivisten angenommen und einen neuen Prozess vor einem zivilen Berufungsgericht angesetzt, sagte der Anwalt. Bis zu einem neuen Urteil blieben die Aktivisten aber weiter in Haft, entschied das Gericht laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur BNA. Die Oppositionellen waren im vergangenen Jahr in erster Instanz wegen des Vorwurfs eines Umsturzversuchs gegen die Königsfamilie zu Haftstrafen verurteilt worden. Ein Termin für den Berufungsprozess wurde nach Angaben des Anwalts, der auf eine Aufhebung des Urteils hofft, noch nicht festgelegt.

Klagen über Benachteiligungen im Alltag

Obwohl die Bevölkerung Bahrains mehrheitlich schiitisch ist, wird der Inselstaat im Persischen Golf seit Jahrhunderten von einem sunnitischen Königshaus beherrscht. Die Schiiten klagen über Benachteiligungen im Alltag. Erste Proteste gegen die Herrscherfamilie und für die Errichtung einer konstitutionellen Monarchie gab es Mitte Februar 2011. Als sie einen Monat später mit Hilfe saudiarabischer Truppen blutig niedergeschlagen wurden, sollen 30 Zivilisten und fünf Sicherheitskräfte getötet worden sein. Zuletzt waren vor knapp zwei Wochen regierungsfeindliche Proteste aus Anlass des Formel-1-Rennens wieder aufgeflammt.

pg/as (dpa, afp, rtr)

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