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Afrika

Prozess gegen kongolesische Milizenführer

Sie sollen getötet und Frauen und Kinder vergewaltigt haben. Nun müssen sich zwei kongolesische Milizionäre vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten.

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Vor Gericht: Germain Katanga

Vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag hat am Dienstag (24.11.2009) ein Prozess gegen zwei ehemalige kongolesische Milizenführer begonnen. Germain Katanga (31) und Mathieu Ngudjolo Chui (39) müssen sich wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.

Frauen und Kinder vergewaltigt

Kongo, Massaker in der nordöstlichen Ituri Provinz, Massengrab

In der Provinz Ituri wurden 2003 immer wieder ganze Dörfer ausgelöscht

Im Jahr 2003 sollen sie für den Überfall auf das Dorf Bongoro im Osten des Kongo verantwortlich gewesen sein. Dabei wurden rund 200 Menschen getötet und zahlreiche Frauen und Mädchen vergewaltigt. Die Bewohner des Dorfes in der kongolesischen Provinz Ituri sollen unter dem Kommando der beiden Milizionäre mit Macheten umgebracht worden sein.

Es wird erwartet, dass sich die beiden Männer für nicht schuldig erklären werden. Die Anklage will jedoch 26 Zeugen vorladen, die die Aussagen stützen. Als Nebenkläger treten zudem Angehörige der Opfer auf. Viele von ihnen wüssten nicht einmal, wo ihre Angehörigen begraben sind, sagte ein Vertreter der Familien. Er sprach die Hoffnung aus, dass der Prozess die Angehörigen bei ihrer Trauerarbeit unterstützen kann.

Auch ehemalige Kindersoldaten anwesend

Kindersoldaten aus Uganda unterstützen Kongo-Rebellen

Kindersoldaten im Kongo

Auch zehn ehemalige Kindersoldaten werden als Opfer vor Gericht erscheinen. Auch sie waren an dem Überfall auf das Dorf Bongoro beteiligt. Ihr Anwalt äußerte die Hoffnung, dass die Verhandlung den Jugendlichen helfen könne, ein Leben jenseits von Gewalt aufzubauen. Bei den Kämpfen in Ituri soll es vor allem um die Kontrolle der Gold- und Diamantenvorkommen gegangen sein. Nach Überzeugung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch waren damals auch hochrangige Vertreter der Nachbarstaaten Uganda und Ruanda sowie die Regierung Kongos in die Kämpfe um die Naturschätze verwickelt.

Der Prozess gegen die beiden Milizionäre ist der zweite, den der Strafgerichtshof seit seiner Arbeitsaufnahme im Jahr 2002 führt. Auch der erste Prozess befasst sich mit einem mutmaßlichen Kriegsverbrecher aus dem Kongo, mit Thomas Lubanga. Er soll von 2002 bis 2003 im Osten des Kongo im großen Stil Kindersoldaten eingesetzt haben.

Autorin: Silke Ballweg (dpa, AP, epd)

Redaktion: Katrin Ogunsade