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Berlin

Prozess gegen Berliner U-Bahn-Treter muss neu starten

Weil eine Schöffin als befangen gilt, wird der Prozess gegen den Bulgaren Swetoslaw S. neu aufgerollt. Videoaufnahmen zeigen, wie er eine Frau von hinten mit einem wuchtigen Tritt in den Rücken eine Treppe hinunterstößt.

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Berlin: U-Bahn-Kamera zeigt brutalen Angriff auf Frau

Das Gerichtsverfahren hatte am Donnerstag begonnen. Jetzt wurde es ausgesetzt. Die Berliner Justiz teilte mit, die Verhandlung werde am 26. Juni neu beginnen. Dafür werden neue Laienrichter benannt. Die für befangen befundene Schöffin wird nicht dabei sein.

Behörden kritisiert

Die Verteidigung des 28-jährigen Angeklagten hatte einen Antrag gestellt, weil sie die Unvoreingenommenheit der Schöffin bezweifelte. Die Frau hatte vor einigen Jahren in einem Leserbrief an eine Berliner Tageszeitung im Zusammenhang mit Jugendkriminalität die zuständigen Behörden kritisiert. In einem weiteren Leserbrief soll sie sich in anderem Kontext unangemessen über Menschen mit so genanntem Migrationshintergrund geäußert haben.

Deutschland Prozess gegen U-Bahn-Treter (picture alliance/dpa/P. Zinken)

Beim Prozessauftakt am Donnerstag erschien der angeklagte Swetoslaw S. mit einer Mappe vor dem Gesicht im Gerichtssaal

Gefährliche Köperverletzung

Der angeklagte Svetoslav S. stammt aus Bulgarien. Ihm wird gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Eine Überwachungskamera hatte am 27. Oktober vergangenen Jahres aufgezeichnet, wie er eine junge Frau auf der Treppe im Neuköllner U-Bahnhof Hermannstraße von hinten mit Wucht in den Rücken tritt, beim Sturz zuschaut und sich dann rauchend abwendet. Die Frau brach sich einen Arm und verletzte sich am Kopf.

Dem Angreifer drohen bis zu fünf Jahre Haft. Ihm werden außerdem exhibitionistische Handlungen vorgeworfen: In zwei Fällen soll er sich vor Frauen auf offener Straße entblößt und masturbiert haben.

Landgericht: unerfahrene Hilfschöffin

Die für solche Fälle zuständigen Großen Strafkammern sind in der Regel mit drei Berufsrichtern und zwei Laienrichtern, sogenannten Schöffen, besetzt. Die nun ausgewechselte Schöffin war dem Gericht zufolge eine unerfahrene Hilfsschöffin. Ihr Einsatz am Donnerstag sei ihr erster bei einer Großen Strafkammer gewesen und ihr insgesamt zweiter Einsatz beim Landgericht Berlin seit ihrer Ernennung im Jahr 2014 überhaupt.

uh/mak (afp, dpa)

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