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Aktuell Asien

Proteste in Thailand spitzen sich zu

Ein Student erschossen, mehrere Demonstranten verletzt: Die Proteste in Thailand fordern erste Opfer. Während die Opposition weitere Behörden besetzen will, verstärkt die Regierung die Militärpräsenz.

Beim Aufmarsch Tausender rivalisierender Demonstranten in Thailands Hauptstadt Bangkok wurde ein 21-jähriger Student getötet, wie die Polizei mitteilte. Wer die Schüsse abgefeuert hat, ist noch unklar - die Tat ereignete sich in der Nähe eines Stadions, in dem sich etwa 60.000 Anhänger der Regierung versammelt hatten.

Rothemden in Bedrängnis

Die regierungstreuen "Rothemden“ wollten dort ihre Unterstützung für die in Bedrängnis geratene Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra demonstrieren. Am Rande der Versammlung kam es zu Zusammenstößen zwischen Regierungsanhängern und -gegnern. Mindestens fünf Personen seien durch Messer oder Steine verletzt worden, berichteten Krankenhausmitarbeiter.

Thailänderischer Pro-Regierungsdemonstrant in rotem Hemd (Foto: afp)

Protest in Rot: die Regierungsbefürworter

Tausende Oppositionsanhänger stürmten das Gelände der Telekombehörde und der staatlichen Telekomfirma TOT. Am Abend seien 750.000 Kunden ohne Internetanschluss gewesen, teilte das Unternehmen mit.

Weitere Demonstranten versuchten, den schwer bewachten Regierungssitz in der Hauptstadt einzunehmen. Sie wurden von der Polizei zurückgedrängt. Yingluck Shinawatra soll sich zu diesem Zeitpunkt nicht in ihrem Büro aufgehalten haben.

Weitere Besetzungen angekündigt

Einer der Wortführer der Opposition, Suthep Thaugsuban, kündigte weitere Besetzungen von Behörden an. Damit wolle man den Regierungsbetrieb lähmen. Suthep hatte in der Nacht zum Samstag ein 37-köpfiges, so genanntes Volkskomitee ausgerufen. Besetzt ist es unter anderem mit Unternehmern und Professoren. Es soll das Land vorübergehend regieren.

Suthep war es auch, der 2010 als Vize-Regierungschef Sicherheitskräften den Befehl gegeben hatte, hart gegen protestierende Regierungsgegner vorzugehen. Damals wurden in acht Wochen mehr als 90 Menschen getötet, bevor das Militär mit einem Putsch für Ruhe sorgte.

Regierung verstärkt Militärpräsenz

Thailands derzeitige Regierung beteuert stets, man wolle keine Gewalt anwenden. Zugleich verstärkte sie die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt. Mehr als 2700 Soldaten seien entsandt worden, um an gemeinsamen Patrouillen mit der Polizei teilzunehmen, sagte ein Sprecher der Nationalen Polizei.

Yinglucks Gegner werfen ihr und ihrem Kabinett Korruption und Vergeudung von Steuergeldern vor. Die Regierung erkaufe sich die Unterstützung der armen Massen und nutze die Mehrheit im Parlament zu ihrem persönlichen Vorteil. Yingluck hatte vergeblich versucht, ein Amnestiegesetz durchzusetzen, von dem ihr Bruder profitiert hätte. Er ist wegen Amtsmissbrauchs verurteilt.

dh/uh (afp/dpa/rtr)

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