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Aktuell Amerika

Proteste gegen Versorgungsengpässe

Tausende Menschen haben in Venezuelas Hauptstadt Caracas gegen Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln und die hohe Inflation protestiert. Die Kundgebung stand unter dem Motto: "Marsch der leeren Töpfe".

Die Demonstranen folgten einem Aufruf des Oppositionsbündnisses "Mesa de Unidad Democrática" (MUD). Sie führten Schilder mit Aufschriften gegen die linke Regierung von Präsident Nicolás Maduro mit sich.

Sabotieren Konzerne das Volk?

Maduro bekräftigte seine Ansicht, es herrsche ein "Wirtschaftskrieg". Er warf Unternehmen vor, das Volk zu sabotieren und Lebensmittel zu verstecken. Dagegen machte der Oppositionspolitiker Henrique Capriles Präsident Maduro für die Krise verantwortlich. Die oppositionelle Ex-Abgeordnete María Corina Machado betonte, die Regierung sei in ihrer Endphase. "Maduro ist das Chaos", sagte sie bei der Protestveranstaltung.

Venezuela ist in der Rezession und kämpft seit Monaten gegen die sinkenden Ölpreise. Über 90 Prozent der Deviseneinnahmen stammen aus dem Ölgeschäft. 2014 lag die Inflationsrate bei über 60 Prozent. Die Venezolaner müssen seit Anfang des Jahres in langen Schlangen vor Supermärkten anstehen, um Lebensmittel wie Mehl zu bekommen. Auch viele Hygieneartikel wie Babywindeln sind Mangelware. Viele Regale sind seit Wochen leer.

Staatschefs wollen inhaftierten Oppositionellen besuchen

Unterdessen kündigte Kolumbiens Ex-Präsident Andrés Pastrana an, er wolle gemeinsam mit den früheren Staatschefs aus Chile und Mexiko, Sebastián Piñera und Felipe Calderónden den in Venezuela inhaftierten Oppositionellen Leopoldo López besuchen. Er werde deshalb zum Gefängnis Ramo Verde fahren, sagte Pastrana nach seiner Ankunft in Caracas.

Pastrana betonte, man wolle aus erster Hand erfahren, was in Venezuela geschehe. Der seit rund einem Jahr inhaftierte López sei ein "politischer Gefangener", gegen dessen Menschenrechte verstoßen werde. Die Ex-Staatschefs der drei lateinamerikanischen Länder wollten alles unternehmen, damit er frei komme.

Pastrana und Piñera planen trotz massiver Warnungen von Venezuelas linkem Staatschef Maduro auch die Teilnahme an einem Demokratie-Forum in der Hauptstadt Caracas. Nach Ansicht Maduros wird diese Veranstaltung von der "Ultra-Rechten" organisiert, die den Staatsputsch in Venezuela plane.

haz/cw (dpa, afp, ap)

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