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Aktuell Afrika

Proteste gegen Präsident Wade im Senegal halten an

Die Opposition im Senegal demonstriert weiter gegen Präsident Wade, der mit 85 Jahren bei der bevorstehenden Wahl noch einmal antritt. In Dakar kam es zu Ausschreitungen.

Mit der Stimmabgabe von Polizisten und Soldaten hat in dem westafrikanischen Staat die umstrittene Präsidentenwahl begonnen. Die Sicherheitskräfte, die einen geordneten Ablauf der Wahlen garantieren sollen, wählen im Senegal traditionell eine Woche vor den zivilen Bürgern. Senegalesische Medien berichteten von einer zunächst geringen Beteiligung. Einzelne Soldaten hätten ihren Stimmzettel in der Wahlkabine zerrissen. Im Senegal herrscht Wahlpflicht.

Auseinandersetzungen in Dakar

Aus der Hauptstadt Dakar wurden erneut Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gemeldet. Hunderte Jugendliche versuchten auf den Unabhängigkeitsplatz im Stadtzentrum zu gelangen, der von Sicherheitskräften abgeriegelt wurde. Die Polizei errichtete Straßensperren in allen Zugangsstraßen zu dem Platz. Es kam zu Ausschreitungen: Demonstranten warfen mit Steinen, die Polizei setzte Tränengas ein.

Die Opposition fordert den Rücktritt des 85-jährigen Präsidenten Abdoulaye Wade, der nach einem umstrittenen Urteil des Obersten Gerichtshofs bei der Wahl am 26. Februar für eine dritte Amtszeit kandidieren darf. Die 2001 verabschiedete Verfassung erlaubt dem Präsidenten nur zwei Amtsperioden. Wade argumentiert allerdings, dass er schon ein Jahr vor Inkrafttreten dieser Regel an die Macht gekommen sei und diese deshalb nicht für ihn gelte.

Oppositionskandidat festgenommen

Die Proteste dauern trotz eines Demonstrationsverbots der Regierung bereits seit vier Tagen an. Einer der oppositionellen Präsidentschaftskandidaten, der Bürgermeister von Saint-Louis, Cheikh Bamba Dièye, war am Freitag in Dakar vorübergehend festgenommen worden. Auch der Weltmusik-Star Youssou N'Dour, dessen Präsidentschaftskandidatur aus formalen Gründen zurückgewiesen worden war, wurde nach senegalesischen Presseberichten während der Proteste von der Polizei angegriffen.

Der Senegal galt bisher als ein demokratisches Musterland in Afrika. Als einzige westafrikanische Nation ist das Land seit der Unabhängigkeit 1960 von einem Militärputsch verschont geblieben. Kritiker werfen Wade vor, im Amt bleiben zu wollen, um seinen Sohn Karim mit aller Macht zum Nachfolger aufzubauen. Nach Ansicht von Beobachtern könnte ein möglicher Wahlsieg Wades am kommenden Sonntag größere Unruhen auslösen.

wl/se (afp,dapd,dpa,epd)

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