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Aktuell Amerika

Proteste gegen Polizeigewalt in Chicago

Aus Protest gegen Polizeigewalt haben Hunderte Menschen in der US-Großstadt Chicago Geschäfte blockiert. Die Demonstranten machten damit ihrer Empörung über den Tod eines jungen Schwarzen durch Polizeikugeln Luft.

Ein weißer Beamter hatte am 20. Oktober vorigen Jahres in der Stadt insgesamt 16 mal auf einen Teenager, den 17 Jahre alten Laquan McDonald, geschossen. Am vergangenen Dienstag wurde er des Mordes angeklagt.

Schüsse auf einen Wehrlosen

Ein zugleich veröffentlichtes Video zeigt, dass der Polizist auch noch feuerte, als der Teenager schon wehrlos am Boden lag. Mehrere seiner Kollegen näherten sich dem Tatort, ohne sich um den Sterbenden zu kümmern. Bereits in den vergangenen Tagen war es in Chicago zu mehreren kleineren Protestaktionen gekommen.

Die Demonstranten werfen der Polizei vor, sie habe versucht, die Tat zu verschleiern. Sie fordern unter anderem den Rücktritt des Polizeipräsidenten von Chicago.

Die Protestaktion am "Black Friday" trifft den Einzelhandel in den USA empfindlich. Der "schwarze Freitag" markiert den offiziellen Start des Weihnachtsgeschäfts, zugleich gilt er als der umsatzstärkste Tag des gesamten Jahres für den US-Einzelhandel.

Nicht der erste Fall von Polizeigewalt

Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze haben wiederholt für Aufruhr in der afroamerikanischen Bevölkerung gesorgt. Im Sommer 2014 hatte die Tötung des 18-jährigen Michael Brown in Ferguson im Bundesstaat Missouri schwere Unruhen ausgelöst. Der verantwortliche Polizist wurde nicht angeklagt, obwohl Brown unbewaffnet war.

Im April hatte der Tod des Schwarzen Freddie Gray im Polizeigewahrsam in Baltimore zu Ausschreitungen in der Ostküstenstadt geführt. Am Montag beginnt mit der Auswahl der Geschworenen der Prozess gegen den ersten der sechs angeklagten Polizisten im Fall Freddie Gray.

haz/pab (rtr, dpa, afp)