1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

Proteste gegen Militärregime in Birma

Mit einer Rekordzahl an Demonstranten und einer Begegnung zwischen Mönchen und der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi haben die Proteste in Birma eine neue Dimension erreicht.

Eine große Anzahl von Menschen hat sich für eine Kundgebung versammelt

Viele Mönche protestieren immer stärker gegen das Militärregime

Der Widerstand gegen das Militärregime in Birma wird immer stärker. Kürzlich demonstrierten in der Stadt Rangun etwa 15.000 Menschen erstmals mit offen politischen Parolen gegen das Regime. "Freiheit für Aung San Suu Kyi!" forderten einige. Sie wird seit Jahren als politische Gefangene unter Hausarrest festgehalten. Nachdem 2000 Mönche eine Straßensperre umgangen hatten und zu ihrem Haus gezogen waren, zeigte sie sich – entgegen das Verbot – zum ersten Mal seit vier Jahren kurz vor ihrem Haus. "Gut gemacht", sagte sie nach Angaben von Augenzeugen.

3000 Mönche zogen später in Rangun zum größten Heiligtum des Landes, der 100 Meter hohen Shwedagon-Pagode. Sie trugen politische Plakate. Darauf stand zum Beispiel: "Gerechtigkeit wird Ungerechtigkeit bezwingen". Den Mönchen in ihren orange-roten Kleidern schlossen sich erstmals auch 300 Nonnen ganz in Weiß an. Mehr als 10.000 Menschen standen auf den Straßen um die Pagode. Dort hatte Suu Kyi 1988 vor zehntausenden Anhängern den Widerstand gegen das Militär angeführt. Damals wurde der Aufstand brutal beendet. Etwa 3000 Menschen starben dabei.

Das Regime in Birma ist wegen extremer Menschenrechtsverletzungen weltweit bekannt. "Dies ist der Anfang vom Ende", sagt der Birma-Spezialist Jarry Jagan. Am Anfang richteten sich die Proteste der Mönche gegen steigende Preise. Doch mit dem Besuch bei Suu Kyi hätten die Mönche ihren Protest mit der Demokratieforderung der Opposition verbunden und dem Militärregime den Kampf angesagt.

In Birma gibt es ungefähr 400.000 Mönche. Wie viele davon sich dem Protest angeschlossen haben, ist unklar. Das Militärregime, die normalerweise keine öffentliche Kritik duldet, steht jetzt vor einem Problem. Sollte sie gewaltsam gegen die hoch verehrten und unantastbaren Mönche vorgehen, könnte ein Aufstand die Folge sein. Lassen die Generäle die Demonstrationen dagegen weiter zu, könnten sich immer mehr Bürger anschließen.


GLOSSAR

Militärregime, das – eine Regierung, die autoritär ist und von der Armee geführt wird

Mönch, der – ein religiöser Mann, der in einem Kloster wohnt

Hausarrest, der – das Verbot, das Haus zu verlassen

Oppositionsführerin, die – eine Frau, die sich gegen die Regierung stellt und viele Mitglieder hat

Straßensperre, die – eine Blockade auf der Straße, die niemand überqueren darf

etwas umgehen – einen anderen Weg gehen damit man ein Hindernis vermeidet

ziehen – hier: gehen; wandern

Augenzeuge, der – jemand, der ein Ereignis miterlebt und darüber berichten kann

Pagode, die – ein Gebäude mit mehreren Etagen, das wie ein Turm gebaut ist

bezwingen – besiegen

sich jemandem anschließen – sich an einer Handlung von jemandem beteiligen

Nonne, die – eine religiöse Frau, die in einem Kloster lebt

Anhänger, der – ein Mitglied

etwas anführen – etwas leiten; für etwas verantwortlich sein

Aufstand, der – der Protest; eine starke Demonstration

etwas dulden – etwas nicht mögen, aber es trotzdem erlauben

unantastbar – respektiert

gegen jemanden vorgehen – etwas gegen jemanden unternehmen


Fragen zum Text

Wie heißt das größte Heiligtum von Birma?

1. Taj Mahal

2. Eiffelturm

3. Shwedagon-Pagode

Gegen was richteten sich die Proteste der Mönche am Anfang?

1. gegen steigende Preise

2. gegen andere Religionen

3. gegen Arbeitslosigkeit

Wie werden Mönche in Birma behandelt?

1. sie werden toleriert

2. sie werden ignoriert

3. sie werden hoch verehrt

Arbeitsauftrag

Die Mönche in Birma demonstrieren gegen das Militärregime. Haben Sie auch schon einmal an einer Demonstration teilgenommen oder würden Sie gern gegen etwas demonstrieren?

Schreiben Sie in einem kurzen Text, wogegen Sie schon einmal demonstriert haben oder wogegen Sie demonstrieren würden.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads