1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Proteste gegen Militärmacht in Kairo

Auf dem symbolträchtigen Tahrir-Platz in Kairo demonstrieren nach dem Freitagsgebet tausende Menschen gegen den herrschenden Obersten Militärrat. Der Protest richtet sich gegen die Übermacht des Militärs.

Nach der Stichwahl um das Präsidentenamt und der Taktiererei der Militärs um die Bekanntgabe des Wahlergebnisses wächst die Wut der Islamisten. "Nieder mit der Armee", skandierten die Demonstranten, die einem Protestaufruf der Muslimbrüder folgten. An der Protestaktion auf dem Tahrir-Platz wollten sich auch Angehörige anderer islamistischer und linker Parteien beteiligen. Der Protest richtet sich nicht nur gegen die Verzögerung bei der Verkündung des Wahlergebnisses, sondern auch gegen die jüngsten Verfassungsänderungen durch den Militärrat, der nach dem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak im Februar 2011 die Macht in Ägypten übernommen hatte.

Muslimbrüder drohen mit "zweiter Revolution"

Die Muslimbruderschaft drohte dem Militärrat mit einer "Konfrontation mit dem Volk", sollte nicht ihr Kandidat Mohammed Mursi als Wahlsieger anerkannt werden, sondern der ehemalige General und letzte Ministerpräsident unter Mubarak, Ahmed Schafik.

Saad al-Husseini, ein führendes Mitglied der Partei der Muslimbrüder, wurde von lokalen Medien mit den Worten zitiert: "Wenn Schafik zum Präsidenten erklärt wird, dann ist dies ein Putsch, der Angst einflößt, und eine Verfälschung des Willens der Ägypter. Dann wird ganz Ägypten gegen dieses Verbrechen aufstehen." Andere Mitglieder seiner Bewegung drohten mit einer '"zweiten Revolution".

Nach der Stichwahl zwischen dem Muslimbruder Mursi und seinem Rivalen Schafik, hatten sich beide Kandidaten zu Siegern erklärt. Das ursprünglich für diesen Donnerstag angekündigte offizielle Wahlergebnis steht noch aus. Angeblich überlegt die Wahlkommission, die Wahl in mehr als 100 Bezirken wiederholen zu lassen. Dort soll das Ergebnis durch gefälschte Stimmzettel manipuliert worden sein. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen sei aber noch nicht gefallen.

qu/ml (dpa, rtr, afp)