Protest gegen weitere Kunstverkäufe | Kultur | DW | 23.12.2014
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Kultur

Protest gegen weitere Kunstverkäufe

Nachdem im November der Verkauf von Warhol-Bildern für Unmut sorgte, schlagen Kunsthistoriker nun erneut Alarm: Sie befürchten, dass weitere Kunstwerke aus öffentlichem Besitz unter den Nagel kommen.

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker hat bei der nordhrein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gegen weitere Verkäufe von Kunstwerken aus öffentlichem Besitz protestiert. Was sich im November mit dem Verkauf der Warhol-Werke angekündigt habe, scheine in noch weitaus erschreckenderem Rahmen mit der Kunstsammlung der Portigon AG fortgesetzt zu werden, heißt es in dem Offenen Brief des Verbandes, der am Dienstag in Bonn veröffentlicht wurde.

Im November hatte der Casino-Betreiber des Landes NRW, Westspiel zwei Warhol-Bilder bei Christie's in New York für 150 Millionen Dollar versteigern lassen. Deutsche Kunsthistoriker befürchten, dass dieser Verkauf zum Dammbruch werden könnte und nun auch Bilder aus Landesbesitz verkauft werden, die ursprünglich als Dauerleihgabe für Museen erworben wurden. Etwa die Kunstsammlung der Portigon AG, deren Alleingesellschafter das Land NRW ist. "Die über zweihundert Werke umfassende Sammlung der Portigon AG […] steht nach übereinstimmenden Medienberichten zum Verkauf", heißt es in dem Offenen Brief des Verbandes, den bereits über 600 Bürger unterzeichnet haben.

Portigon besitzt über 200 Kunstwerke

Andy Warhol Triple Elvis und Four Marlons

Die Bilder von Warhol erzielten 150 Millionen Dollar

In der Kunstsammlung der Portigon AG befinden sich Bilder und Skulpturen von August Macke, Gabriele Müter, Joseph Beuys oder Eduardo Chillida, die aus dem Kunstbesitz der insolventen WestLB stammen. Über Jahrzehnte hinweg hatte die landeseigene WestLB mit Steuermitteln Kunstwerke erworben. Sie sollten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden oder als Dauerleihgaben an öffentliche Museen gegeben werden.

Verkauf wäre Tabubruch

Sollte es nun zum Verkauf einer Dauerleihgabe aus einem Museum kommen, wäre dies das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik. Der Verband Deutscher Kunsthistoriker befürchtet in diesem Fall einen "regelrechten Flächenbrand, sollte dieser geplante Verkauf von öffentlichem Kunstbesitz Schule machen." Bereits im Oktober hatten 26 Museumsdirektoren einen öffentlichen Brief gegen die Warhol-Versteigerung verfasst. Damals ohne Erfolg.

hjh / as (dpa/kunsthistoriker.org)

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