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Nahost

Protest der Massen

Die Proteste ebben nicht ab. Erneut fanden wieder zahlreiche Protestveranstaltungen weltweit statt. Auch in den USA gingen Friedensaktivisten erneut auf die Straße.

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London demonstriert

Nach Beginn der Militäroffensive im Irak haben am Samstag (22.3.2003) weltweit hunderttausende Menschen gegen den Krieg demonstriert. Allein in London gingen nach Angaben der Organisatoren rund 150.000 Menschen auf die Straße. Lautstark aber friedlich zogen die Demonstranten in mehreren Zügen zum Hyde Park. An Kundgebungen in Frankreich beteiligten sich ebenfalls rund 100.000 Menschen, mehrere 10.000 allein in Paris. Vor der US-Botschaft in Brüssel kam es nach einer Friedenskundgebung zu Ausschreitungen.

Auch in den USA sind wieder zehntausende Menschen zu Protesten gegen den Irak-Krieg auf die Straße gegangen. Mehrere zehntausend Demonstranten zogen über den Broadway in New York. Bewacht von einem massiven Polizeiaufgebot riefen sie Friedensparolen und trugen Spruchbänder gegen den Krieg. Auch in der Hauptstadt Washington versammelten sich mehrere tausend Kriegsgegner vor dem Weißen Haus, dem Amtssitz des Präsidenten, und riefen "Schande über Bush" und "Kein Krieg für Öl".

Diskussion um AWACS-Flugzeuge

In zahlreichen deutschen Städten protestierten rund 150.000 Menschen gegen den Krieg - allein 40.000 in Berlin. Zentrale Forderung ist nach Angaben der Organisatoren in Berlin die Sperrung des deutschen Luftraums für Kriegsflugzeuge. Der Protestmarsch führte vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor. Dabei kam die Demonstranten auch an den Botschaften Großbritanniens und der USA vorbei, an denen nach Angaben der Polizei die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal erhöht wurden.

An der Demonstration beteiligte sich auch der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Hans-Christian Ströbele. Ihm gehe es darum, "dass die Amerikaner erkennen, dass sie damit nicht durchkommen", sagte er am Rande der Veranstaltung. Gleichzeitig forderte er einen Abzug der Bundeswehrsoldaten aus den AWACS-Aufklärungsflugzeugen in der Türkei.

Athen, Kopenhagen, Helsinki

In Griechenland, Dänemark, Finnland und der Schweiz gingen jeweils zwischen 10.000 und 20.000 Menschen auf die Straße. Zehntausende Menschen in Kopenhagen und anderen dänischen Städten protestierten gegen die Beteiligung ihres Landes am Irak-Krieg. Das dänische Verteidigungsministerium hatte zuvor offiziell erklärt, das Land befinde sich im Kriegszustand mit dem irakischen Regime von Saddam Hussein. In Helsinki war es mit 20.000 Teilnehmern die bislang größte Friedensdemonstration in Finnland überhaupt. In Sarajevo und Warschau protestierten jeweils mehrere hundert Menschen.

Im Golfstaat Bahrain kam es am zweiten Tag in Folge zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Bei den Anti-Kriegs-Protesten vor der britischen Botschaft in der Hauptstadt Manama wurden nach Augenzeugenberichten am Samstag mindestens zehn Menschen verletzt. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.

Boykott amerikanischer Produkte

In Bangladesch riefen islamische Geistliche bei Demonstrationen zum "Heiligen Krieg" wegen der Angriffe auf den Irak auf. Es sei eine Pflicht, die muslimischen Glaubensbrüder im Irak zu verteidigen. Tausende Palästinenser in Lagern in Süd- und Nordlibanon riefen die Araber dazu auf, amerikanische Produkte zu boykottieren. (kap)

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