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Explosion in seinem Büro

Prorussischer Kommandeur in der Ostukraine getötet

Allen internationalen Appellen zum Trotz halten die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Osten der Ukraine an. Immer wieder kommt es dabei zu Anschlägen auf Militärführer, wie jetzt in Donezk.

Der getötete Militärkommandeur Michail Tolstych, (Getty Images/AFP/J. MacDougall)

Der getötete Militärkommandeur Michail Tolstych,

 Ein ranghoher Militärkommandeur der prorussischen Separatisten in der ostukrainischen Rebellenhochburg Donezk ist getötet worden. Michail Tolstych, (Artikelbild) auch bekannt unter seinem Kampfnamen "Guivi", sei einem "Terrorakt" zum Opfer gefallen, teilte ein Vertreter der Aufständischen der Nachrichtenagentur AFP mit. Auch Verantwortliche der selbsternannten "Republik Donezk" der Separatisten gaben den Tod Tolstychs bekannt.

Explosion in "Guivis" Büro

Nach ersten Erkenntnissen wurde Tolstych am frühen Morgen bei einer Explosion in seinem Büro im Zentrum von Donezk getötet. Einzelheiten und Hintergründe sind noch nicht bekannt. Der 36-Jährige war als einer der bekanntesten Militärchefs der Separatisten. Er führte die Einheiten der moskautreuen Rebellen bei den erbitterten Kämpfen um den Flughafen von Donezk im Jahr 2015. Dabei soll Tolstych gefangen genommene Soldaten der ukrainischen Armee misshandelt haben.

Schon zahlreiche tödliche Attentate

Im Ukraine-Konflikt wurden bereits mehrere Militärführer der Rebellen bei Attentaten in dem von ihnen kontrollierten Gebiet getötet. Erst in der vergangenen Woche starb der Militärchef der Separatistenregion Luhansk, Oleg Anaschtschenko, als in seiner Nähe eine Autobombe explodierte.

Im Oktober 2016 starb Arseni Pawlow zusammen mit seinem Leibwächter bei einer Bombenexplosion im Fahrstuhl seines Hauses. Im Jahr 2015 wurde der Kommandeur Pawel Dremow durch eine Autobombenexplosion getötet. Die Kommandeure Alexander Bednow und Alexej Mosgowoj wurden im selben Jahr jeweils in einem Hinterhalt getötet.

Besorgnis über Eskalation

In den vergangenen Wochen  sind die Kämpfe in der Konfliktregion wieder eskaliert. In einem Telefonat äußerten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin nach Angaben von Dienstag besorgt über die Entwicklung. Putin habe ein Treffen der Außenminister Russlands, Deutschlands, Frankreichs und der Ukraine vorgeschlagen. Im Ostukraine-Konflikt wurden seit April 2014 nach UN-Angaben etwa 10.000 Menschen getötet. Moskau bestreitet, dass russische Soldaten die Separatisten unterstützen.

wl/sti (afp,dpa)