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Aktuell Europa

Prorussische Separatisten übergeben Black Box der Unglücksmaschine

In die Untersuchung des Absturzes von Flug MH 17 kommt Bewegung. Die ukrainischen Separatisten übergaben die Black Box an Vertreter Malaysias. Ein Zug mit mehr als 250 Leichen traf in Charkiw ein.

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MH17: Luftfahrtexperte Tim van Beveren zu aktuellen Erkenntnissen

Mit der Übergabe von Flugschreiber und Stimmrekorder erfüllten die Separatisten Forderungen einer zuvor einstimmig verabschiedeten Resolution des UN-Sicherheitsrates.

Nach malaysischen Angaben scheinen beide Geräte in gutem Zustand zu sein. Sein Land werde die Black Boxes zunächst aufbewahren und dann an die zuständigen Untersuchungsstellen übergeben, sagte Oberst Mohamed Shukri, der die Beweisstücke in der Ukraine in Empfang genommen hatte.

Jane's: Es war ein Raketentreffer

Rebellenführer Alexander Borodaj sagte bei der Übergabe, die Auswertung der Daten werde die Wahrheit enthüllen. Die Separatisten hätten nicht die technischen Fähigkeiten, dieses Flugzeug zu zerstören. Zugleich kündigte er eine Waffenruhe rund um die Absturzstelle an.

Ein durchlöchertes Wrackteil der abgestürzten Boeing weist nach einem Bericht der "New York Times" auf einen Raketentreffer hin. Das hätten Untersuchungen des Verteidigungs-Fachverlags "Jane's" ergeben.

Sicherheitsrat nimmt Resolution einstimmig an

Die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrates hatten in ihrer Resolution eine unabhängige Untersuchung des möglichen Abschusses der Passagiermaschine gefordert, bei der die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO eine zentrale Rolle spielen soll. Zudem forderten sie einen sofortigen ungehinderten Zugang für die Experten zur Unfallstelle sowie die umgehende Einstellung aller militärischen Aktivitäten in der Gegend.

Die Forderungen des höchsten UN-Gremiums waren auch Inhalt eines weitern Telefonats zwischen Russlands Präsidenten Wladimir Putin und dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte.

EU-Außenminister beraten über weitere Sanktionen

Unterdessen traf der Zug mit den Überresten von 251 Fluzeuginsassen in der Stadt Charkiw ein. Dort wollen niederländische Spezialisten zunächst ein Zentrum zur Identifizierung der Ofer einrichten. Die Niederlande wollen die Leichen jedoch so schnell wie möglich außer Landes bringen."Die Identifizierung geht in den Niederlanden viel schneller", sagte Ministerpräsident Rutte. Nach ukrainischen Angaben wurden an der Absturzstelle 282 Leichen und 87 Leichenteile gefunden.

In Brüssel beraten derzeit die Außenminister der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union unter anderem über schärfere Sanktionen gegen Russland. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton werden jedoch keine Beschlüsse gefasst.

Der deutsche Ressortchef Frank-Walter Steinmeier sagte, die EU habe sich nach dem Unglück immer um eine Entschärfung der Lage bemüht. Russland habe aber seine Verabredungen nicht im erforderlichen Maße erfüllt. "Daraus müssen wir und werden wir heute unsere Schlüsse ziehen", sagte Steinmeier vor dem Treffen.

Malaysia Airlines fliegt über Syrien

Nach dem Absturz von Flug MH17 in der Ostukraine hat Malaysia Airlines eine Passagiermaschine über den Luftraum des Bürgerkriegslands Syrien fliegen lassen. Flug MH4 von London nach Kuala Lumpur sei am Sonntag wegen der Sperrung des Luftraums über der Ukraine von seiner üblichen Route abgewichen und über Syrien umgeleitet worden, teilte die Airline mit. Die alternative Flugroute sei von der ICAO genehmigt und der syrische Luftraum auch nicht gesperrt gewesen.

Der internationale Luftfahrtverband IATA nahm die Fluggesellschaft am Dienstag in Schutz: Regierungen und Luftraumdienste würden die Airlines laufend über mögliche Routen und Restriktionen informieren, die Fluggesellschaften würden sich anschließend an die Vorgaben halten. Dies sei auch bei MH17 der Fall gewesen. Nach Erkenntnissen des Online-Portals Flightradar24 vom Montag war MH4 "der einzige interkontinentale Flug", dessen Route über syrischen Luftraum führte.

gmf/ml (afp, dpa, rtr)

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