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Aktuell Europa

Prorussische Milizen umstellen ukrainisches Marinehauptquartier in Sewastopol

Ein Tag nach der Annexion der Krim durch Russland haben prorussische Milizen auf einer Militärbasis der ukrainischen Armee die russische Fahne gehisst. Die ukrainischen Soldaten stellten sich nach anfänglichem Zögern.

Soldaten und Kommandeure haben mittlerweile den Stützpunkt verlassen, wie die Agentur Interfax und AFP berichteten. Das örtliche Internetportal sevastopol.su berichtete, Marinechef Sergej Gajduk habe sich im Jogginganzug gestellt. Es habe weder Gewalt noch Verletzte gegeben.

Prorussische Uniformierte waren zuvor auf das Gelände des Hauptquartiers der ukrainischen Marine in Sewastopol vorgedrungen. Es soll sich um ungefähr 200 Personen handeln. Die zum Teil maskierten Männer hissten dabei drei russische Flaggen, die nun am Eingang des Komplex wehen.

Ukrainische Streitkräfte werden nicht abgezogen

Der ukrainische Verteidigungsminister Ihor Tenjuch hatte zuvor angekündigt, die ukrainischen Streitkräfte nicht von der Krim abzuziehen. Das ukrainische Verteidigungsministerium erteilte außerdem die Erlaubnis zum Waffeneinsatz zur Selbstverteidigung.

Auf der Krim befinden sich ukrainische und russische Soldaten, in Sewastopol ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert. Die Halbinsel am Schwarzen Meer hatte sich am Sonntag in einem Referendum für die Abspaltung von der Ukraine ausgesprochen, Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte am Dienstag einen Vertrag zum Anschluss der ukrainischen Halbinsel unterzeichnet. Das russische Verfassungsgericht hat diesen Schritt nun als legal eingestuft. Der von Präsident Wladimir Putin unterzeichnete Vertrag sei verfassungsgemäß, urteilte das Gericht einstimmig.

Kritik aus der EU, Unterstützung aus Venezuela

Die USA, die EU, die NATO und die Ukraine verurteilten die Annexion ukrainischen Territoriums und wollen den Schritt nicht anerkennen. Die USA drohten Russland mit weiteren Sanktionen, Kanzlerin Angela Merkel beriet erneut mit US-Präsident Barack Obama. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach von einen "gefährlichen Weg", den Russland beschreite. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärten, die Staats- und Regierungschefs der EU würden bei ihrem Gipfel am Donnerstag und Freitag "eine geeinte europäische Antwort" beschließen.

Nachdem Japan bereits Sanktionen gegen Russland beschlossen hatte, hat auch Australien entsprechende Schritte eingeleitet. Die Regierung veranlasste Kontensperrungen und Einreiseverbote für zwölf Funktionäre. Schweden erwägt zudem direkte Hilfen für die Ukraine, wie Finanzminister Anders Borg mitteilte.

Russland kann dagegen mit Rückendeckung aus Südamerika rechnen. Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro kritisierte die Sanktionen der EU und der USA. In seiner täglichen Radiosendung sagte Maduro, dass derlei Probleme "auf diplomatischem Weg" gemäß dem Völkerrecht geklärt werden müssten.

zam/det (dpa, afp, rtr)