1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Prorussische Aktivisten stürmen Polizeiwache in Odessa

Die Regierungstruppen setzen im Osten des Landes ihren Anti-Terroreinsatz fort; in Odessa versuchen prorussische Kräfte derweil, neue Fakten zu schaffen. Zuvor hatte Premierminister Jazenjuk die Stadt besucht.

In der ukrainischen Millionenstadt Odessa ist es zu Zusammenstößen zwischen prorussischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Nach einer Kundgebung von rund 2000 Gegnern der Regierung in Kiew hatten prorussische Aktivisten den örtlichen Sitz der Miliz gestürmt, wie Medien aus der Hafenstadt am Schwarzen Meer berichteten.

Die Angreifer waren mit Knüppeln bewaffnet und durchbrachen mit zwei Lastwagen ein Tor. Sie forderten die Freilassung von Gesinnungsgenossen, die wegen der Krawalle am Freitag festgenommen worden waren. Spezialeinheiten hatten die Menschen zunächst zurückdrängen können. Kurz darauf begann die Polizei jedoch, die Festgenommenen freizulassen - um eine komplette Stürmung des Gebäudes zu vermeiden. Mittlerweile hat die Polizei 30 von ungefähr 120 gefangenen Aktivisten wieder auf freien Fuß gesetzt.

Premierminister beschuldigt Russland

Zuvor war der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk nach Odessa gereist. In der Hafenstadt warf der Premierminister den lokalen Sicherheitskräften Versagen vor und machte gleichzeitig Russland für die jüngsten Straßenschlachten mit mindestens 46 Toten verantwortlich. Es habe sich um einen "organisierten Angriff auf das Volk gehandelt", sagte der prowestliche Politiker. "Es war Russlands Absicht, in Odessa zu wiederholen, was sich im Osten des Landes ereignet", meinte Jazenjuk.

Der ukrainische Regierungschef hatte zudem eine "umfassende und unabhängige Untersuchung" der Straßenschlachten und des anschließenden Brandes in dem Gewerkschaftshaus versprochen. Bei dem Feuer waren mindestens 31 Menschen getötet worden. Den Angehörigen der Todesopfer sprach der Ministerpräsident sein Beileid aus. Weil die Sicherheitskräfte die tödliche Gewalt nicht verhinderten, seien bereits die Polizeichefs der Stadt entlassen worden.

In Odessa war die Gewalt zwischen Anhängern und Gegnern der Regierung in der Nacht zu Samstag eskaliert. Bei den Unruhen wurden über 200 Menschen verletzt. Die Gewalt hält derweil in anderen Landesteilen an - in der Ost-Ukraine haben Sicherheitskräfte aus Kiew den Anti-Terroreinsatz fortgesetzt.

zam/rb (afp, dpa, ap, rtr)