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Sport

Prokop für komplettes Olympia-Aus Russlands

Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Clemens Prokop, ruft das IOC auf, jetzt auch über einen Ausschluss des gesamten russischen Olympiateams nachzudenken. Das IOC stellt sich hinter den IAAF-Beschluss.

Nach dem sporthistorischen

Olympia-Aus für Russlands Leichtathletik-Verband (RUSAF) wegen systematischen Dopings

hat Deutschland Verbandschef Clemens Prokop die Debatte über eine Sperre sogar des kompletten russischen Teams für die Sommerspiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) eröffnet. Als international erster ranghöherer Funktionär nahm der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) das Internationale Olympische Komitee (IOC) in die Pflicht. "Das IOC ist gut beraten, auch über einen Ausschluss der gesamten russischen Olympia-Mannschaft nachzudenken", sagte Prokop einen Tag nach Russlands wegweisender Verbannung durch den Leichtathletik-Weltverband IAAF. "Solche systembedingten Probleme kann man im Anti-Doping-Kampf nicht glaubwürdig auf eine Sportart begrenzen. Nicht durchgeführte Kontrollen und vernichtete Kontrollen gibt es nicht nur in der Leichtathletik."

Die IAAF hatte am Freitag die seit November 2015 wirksame Sperre für den russischen Verband wegen systematischen Dopings bestätigt. Kein Sportler werde unter russischer Flagge an den Spielen in Rio teilnehmen dürfen. IAAF-Präsident Sebastian Coe sagte allerdings, einige russische Athleten könnten als "neutrale Wettkämpfer" mitmachen, wenn sie sich zuvor Doping-Tests in anderen Ländern unterzogen hätten. "Man sollte nicht glauben, dass es eine große Anzahl sein wird", ergänzte Coe später. Russland war 2012 bei den Spielen in London hinter den USA das zweiterfolgreichste Land bei den Leichtathletik-Wettbewerben. Zuletzt fehlte Russland 1984 in Los Angeles, als mehrere osteuropäische Staaten die Spiele aus politischen Gründen boykottiert hatten.

IOC: "Auf der Linie der Null-Toleranz-Politik"

Das IOC stellte sich hinter die Sperre russischer Leichtathleten für die Sommerspiele in Rio. Die Entscheidung der IAAF sei "vollständig zu respektieren" und liege "auf der Linie der Null-Toleranz-Politik des IOC". Das IOC werde weitere Maßnahmen anstoßen, um die Chancengleichzeit aller Sportler in Rio zu gewährleisten. Für Dienstag ist in Lausanne ein Treffen der IOC-Spitze mit den internationalen Sport-Dachverbänden angesetzt. Zuletzt waren neben Russland auch Kenia, Mexiko und Spanien von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA wegen unzureichender Umsetzung von Vorgaben gerügt worden.

Die russische Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa mit Russland-Fahne. Foto: dpa-pa

Die zweimalige Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa will sich nicht mit dem Aus für Rio abfinden

Mutko sieht keine Chance mehr

Russland werde mit juristischen Mitteln gegen das Olympia-Aus vorgehen, kündigte ein Sprecher von Präsident Wladimir Putin an. Die zweifache Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Isinbajewa plant, vor den Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen. Der russische Athleten-Verband prüft eine Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS. Sportminister Witali Mutko glaubt offenkundig nicht mehr an eine Wende. "Angesichts der Äußerungen des IOC haben unsere Sportler keine Chance", sagte Mutko in einem Interview der russichen Agentur R-Sport.

sn/asz (dpa, sid)

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