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Prokop für Olympia-Ausschluss Russlands

13. Mai 2016

DLV-Präsident Clemens Prokop befürwortet angesichts der neuen Dopingvorwürfe das Olympia-Aus für das gesamte russische Team. DOSB-Vorstandschef Michael Vesper spricht von einem Tiefschlag für die olympische Bewegung.

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Siegerehrung in Sotschi mit dem nun unter Dopingverdacht stehenden Skilanglauf-Olympiasieger Alexander Legkow. Foto: dpa-pa
Unter den Verdächtigen: Skilanglauf-Olympiasieger Alexander Legkow (2.v.l.)Bild: picture-alliance/dpa/T. Zenkowich

Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV), Clemens Prokop, hat sich nach den jüngsten Doping-Vorwürfen gegen russische Athleten bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi dafür ausgesprochen, die gesamte russische Mannschaft von den bevorstehenden Sommerspielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) auszuschließen. "Die neuen Veröffentlichungen bestätigen meinen Verdacht, dass nicht nur die russische Leichtathletik ein Doping-Problem hat", sagte Prokop dem Sportinformationsdienst (SID). "Die Vorwürfe wiegen schwer. Wenn in Russland so systematisch gedopt wird, sollte die gesamte russische Mannschaft nicht bei Olympia in Rio starten."

Kreml: "Verleumdungen eines Deserteurs"

Die "New York Times" hatte berichtet, dass mindestens 15 russische Goldmedaillengewinner der Spiele in Sotschi gedopt gewesen seien. Die Zeitung beruft sich auf den ehemaligen Leiter des Anti-Doping-Labors in Moskau, Gregori Rodtschenkow. Rodtschenkow habe zugegeben, in Abstimmung mit dem russischen Sportministerieum in nächtlichen Aktionen die Dopingpraktiken vertuscht zu haben. "Die Menschen haben die Olympiasieger gefeiert, aber wir saßen da und haben Urinproben ausgetauscht", sagte Rodtschenkow. Kreml-Pressesprecher Dimitri Peskow bezeichnete die Aussagen Rodtschenkows als "Verleumdungen eines Deserteurs. Diese Behauptungen sind völlig unbegründet."

Die wegen früherer Doping-Anschuldigungen suspendierten russischen Leichtathleten kämpfen derzeit um ihre Wiederaufnahme in den Weltverband IAAF und ihren Start in Rio. Darüber will das Council der IAAF Anfang Juni entscheiden. Auch Kenias Mannschaft droht das Olympia-Aus, nachdem die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) das ostafrikanische Land am Donnerstag als "nicht regelkonform mit dem Anti-Doping-Code" eingestuft hat. "Es wäre schade, wenn die großen Sportnationen Russland und Kenia in Rio nicht dabei wären", sagte DLV-Chef Prokop. "Aber es wäre noch schlimmer, wenn Manipulationen nicht konsequent bestraft würden."

DLV-Präsident Clemens Prokop. Foto: dpa-pa
DLV-Präsident Clemens ProkopBild: picture-alliance/dpa/J. Wolf

Vesper nimmt WADA in die Pflicht

Ähnlich äußerte sich Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). "Die neuen Vorwürfe gegen Russland wegen staatlich gelenkter Dopingpraktiken sind erschreckend und ein Tiefschlag für die ganze olympische Bewegung. Die WADA muss sie schnellstmöglich und rückhaltlos aufklären", sagte Vesper. Es sei ein Skandal, sollten russische Offizielle wirklich systematisch Dopingproben verfälscht haben. Das müsse Folgen haben: "Es geht darum, die Chancengleichheit für alle Athletinnen und Athleten zu wahren, und das insbesondere auch bei den bevorstehenden Spielen in Rio."

sn/asz (sid, dpa)