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Volontariat

Programmvolontäre | Jahrgang September 2007 - Februar 2009

Jedes Jahr im September ist es wieder so weit: Zehn neue Programmvolontäre beginnen ihre Ausbildung bei der Deutschen Welle. Auch die "Neuen" sind weit gereist und viel herumgekommen, bevor sie in Bonn gelandet sind.

Philipp Bilsky (Foto: DW).

Philipp Bilsky
Das chinesische Programm war mein erster Kontakt zur Deutschen Welle. Frisch gelandet nach einem zweijährigen Studium in China war die große Frage: Wie die fehlenden Semester bis zum Magister überbrücken, ohne dass die chinesischen Sprachkenntnisse völlig verstauben? Die Lösung: das Mandarin-Programm der Deutschen Welle. Zwar gab es noch kein Podcasting, aber über Umwege ließ sich das DW-Chinesisch-Programm herunterladen und auf dem MP3-Player abspielen. So wurde die Deutsche Welle mein täglicher Begleiter auf dem Weg in den Hörsaal.

Das Berufsziel "Journalismus" stand schon während der ersten Semester fest. Parallel zum Studium (Geschichte / Sinologie) absolvierte ich Praktika bei Zeitungen und beim Hörfunk. Das chinesische Programm der DW höre ich noch immer - jetzt allerdings auf dem Weg zum Funkhaus der Deutschen Welle.


Victoria von Gottberg (Foto: DW).

Victoria von Gottberg
Bei mir ging immer vieles gegen den Strom. Zuerst das ständige Ringen, Kämpfen und Durchsetzen gegen zwei ältere Brüder und eine jüngere Schwester. Dann der Umzug meiner Familie nach der Wende: Statt von Ost nach West zogen wir von West nach Ost. Mitten in ein verschlafenes sachsen-anhaltinisches Dorf in nächster Nähe von Martin Luthers Geburts- und Sterbestadt Eisleben. Dort gründeten meine Geschwister und ich - dieses Mal ganz einmütig - gegen den Widerstand der Lehrer eine Schülerzeitung. Und so begann auch meine journalistische Laufbahn. Artikel, Interviews und Karikaturen über Lehrer, Veranstaltungen in und um die Stadt und kleine und große Wichtigkeiten für Schüler. Preis: für Schüler 50 Pf., für Lehrer 1 DM.

Das nächste gegen den Strom Schwimmen war meine Sprachambition. Statt das nächst liegende, wie Italienisch, Spanisch oder Chinesisch zu lernen, wählte ich mir Russisch fürs Studium aus. Der Weg ging also wieder für ein Jahr gegen den allgemeinen Studentenstrom - in den Osten. In den geographisch und mentalitätsmäßig wirklich tiefen Osten. Königsberg, Moskau, Kasan, Baikalsee. Russlanddeutsche, Russen, Tataren, Burjaten.

Nun bin ich am Rhein angekommen und hoffe, hier einmal mit dem Strom schwimmen zu können. Wenn es allerdings der journalistische Alltag verlangt, auch erprobter Weise gegen den Strom.


Bastian Hartig (Foto: DW).

Bastian Hartig
"Was muss ich tun, um Journalist zu werden?" fragte ich die Dame von der Ausbildungsredaktion der Süddeutschen Zeitung, als mir nach einem halben Semester zwischen Reagenzgläsern und sezierten Würmern klar wurde, dass ich mein Leben doch nicht im Biochemie-Labor verbringen wollte. "Studieren sollten Sie", war die Antwort, "was, das ist an sich egal, und: Praxis, Praxis, Praxis!"

Der Versuch, diese Ratschläge zu beherzigen führte mich zunächst als Praktikant zur Mittelbayerischen Zeitung, bevor ich mich an der Uni Passau für Sprachen-, Wirtschafts- und Kulturraumstudien einschrieb. Als Schwerpunkt wählte ich Südostasien (denn alles was sich Richtung Osten orientiert sei besser als Romanistik oder Anglistik hatte die Dame von der SZ noch gesagt), ließ mich aber schnell von China faszinieren. Ich fing an seltsame Zeichen zu kritzeln und skurrile Laute von mir zu geben - ich hatte viel Spaß dabei und ich glaube, die Chinesen, die ich später während meines Auslandssemesters in Peking traf, kamen auch auf ihre Kosten.

Den "Praxis, Praxis, Praxis-Teil" leistete ich durch Praktika bei Wochenzeitung, Lokalradio, BR, DW und Uni-Radio ab, aber China ließ mich nicht los. Deshalb ging nach dem Abschluss in Passau noch für einen Master in "Chinese Studies" nach London. Jetzt bin ich hier also Volo bei der Welle und wollte ich mich an dieser Stelle endlich mal bei der netten Frau von der SZ für die wertvollen Tipps bedanken: Vielen Dank, hat geklappt!


Linda Vierecke (Foto: DW).

Linda Vierecke
Mit 16 Jahren im Schüleraustausch in den USA habe ich gelernt, dass man auf Stereotype wohl nicht so viel geben sollte - meine Gastfamilie ging nicht in die Kirche, fuhr keinen SUV und hat sogar Müll getrennt. Und auch ich habe den Amerikanern gezeigt, dass Deutschland mehr ist als Bratwurst und Lederhose. "Kleine Botschafterin" meines Landes, war ich damals - auch später beim Auslandsstudium in Chile und Polen.

Dazwischen habe ich in Leipzig Journalistik studiert, mich beim Uniradio mephisto 97.6 ins Radiomachen verliebt und bei Praktika in London und Warschau gemerkt, dass ich die Welt nicht nur als kleine Botschafterin erleben will, sondern am liebsten über sie berichte. Da passt es doch sehr gut, jetzt für die "mediale Visitenkarte" Deutschlands zu arbeiten.


Peter Deselaers (Foto: DW).

Peter Deselaers
Die Deutsche Welle hat mich geweckt. Anderthalb Jahre lang, fast jeden Tag. Während meines Zivildienstes im mexikanischen Hochland war der Weltempfänger mein Wecker, und die Welle hielt mich mit knisternden Nachrichten per Kurzwelle auf dem Laufenden. In dieser Zeit festigte sich auch der Wunsch Journalist zu werden. Nach dem Zivildienst studierte ich in München und Berlin Sozialwissenschaften. Zwischendurch probierte ich immer wieder das Medien-Handwerk aus: bei Zeitungen, Nachrichtenagenturen und beim Radio. Jetzt höre ich zum Aufstehen allerdings nicht mehr die Deutsche Welle, obwohl das eigentlich viel angenehmer war als das schrille Piepsen meines Weckers.


Sarah Mersch (Foto: DW).

Sarah Mersch
Ich habe mich in den letzten Jahren immer weiter den Rhein abwärts bewegt - mit einigen Umwegen über weiter entfernte Gefilde. Geboren und aufgewachsen in Freiburg bin ich zum Studium der Filmwissenschaft, Buchwissenschaft und Philosophie nach Mainz gezogen. Von dort ging es dann aber nicht auf den Lerchenberg zum Mainzer "Haussender" ZDF, sondern mit Abstechern nach Tunis und Damaskus, wo ich Arabisch (und vieles andere) gelernt habe, noch ein Stückchen weiter den Rhein entlang: nach Bonn zur Deutschen Welle.

Journalistisch groß geworden bin ich als Praktikantin und Freie in den Printmedien: Ich habe unter anderem bei der Badischen Zeitung in Freiburg und der Allgemeinen Zeitung in Mainz in der Kultur veröffentlicht, bei der taz im Inland die Bundestagswahlen verfolgt, im Filmdienst über arabische, iranische und afrikanische Filme geschrieben, beim Internetportal Cinefacts auch Hollywood-Blockbuster kritisiert. Mein Interesse wecken können nicht nur der neuste algerische Dokumentarfilm, sondern auch Fußball und Finanzpolitik. Jetzt freue ich mich auf anderthalb Jahre Online, Radio, Fernsehen und ein internationales Umfeld bei der Welle.


Barbara Mohr (Foto: DW).

Barbara Mohr
Meinen Einstieg in den Journalismus verdanke ich dem Fußball - genauer: dem 1. FC Köln. Mit 16 Jahren war ich ein großer Fan und Dauergast im Stadion. Als die Vereinszeitschrift dann neue Reporter gesucht hat, dachte ich, das sei die Chance, um meine Stars aus nächster Nähe zu sehen. Ich habe dann sehr schnell entdeckt, dass mir das Schreiben großen Spaß macht und es auch außerhalb des Stadions noch spannende Geschichten zu erzählen gibt...

Das Geographiestudium hat mich anschließend in die Ferne geschickt - nach Italien, Frankreich, Israel/Westbank und Zentralasien - und so meine Neugierde für die große weite Welt geweckt. Bei der Deutschen Welle kann ich nun beide Leidenschaften miteinander verbinden. Und wenn der FC schon absteigen musste, so darf ich mit dem Volontariat wenigstens in der journalistischen Champions League mitspielen!


Daniel Patrick Pelz (Foto: DW).

Daniel Patrick Pelz
Gerhard Schröder wollte "da rein", ich auch. Er meinte das Kanzleramt, ich das Funkhaus der Deutschen Welle. Als er seinen Traum 1998 verwirklichte, scheiterte meiner. "Kommen Sie mal wieder, wenn sie im Hauptstudium sind", sagte die Ausbildungsbeauftragte auf die Frage, ob ich wohl mein Schüler-Praktikum bei der Welle machen könnte. Gerade als Austauschschüler aus den USA zurück, wollte ich zu dem Sender, der mich auf Kurzwelle zwischen Knacken und Rauschen über Deutschland auf dem Laufenden gehalten hatte.

Also träumte ich erstmal von Afrika und machte Zivildienst und ein einjähriges Praktikum bei einer Zeitschrift in Kenia. Dann Journalistik-Studium in Bremen, studienbegleitende Ausbildung bei der ifp-Journalistenschule und Praktika bei Print, Fernsehen und Hörfunk. Manchmal war auch noch Zeit für eine Reise nach Afrika. 2006 kam dann das lang ersehnte Praktikum bei der Welle. Nach sechs Wochen beim englischen Dienst war klar: Hier will ich volontieren. Und nun hat es nach fast zehn Jahren endgültig geklappt: Jeden Morgen geht es "da rein", ins Funkhaus der Deutschen Welle.


Elena Singer (Foto: DW).

Elena Singer
Blond und blauäugig: typisch Deutsch. Wie oft kamen die ungläubigen Blicke, wenn ich die Herkunft meines Vaters verriet - Spanien. Nach ruhigen Jahren in der Schwabenmetropole Stuttgart ging es abwechselnd in die weite Welt und wieder zurück in die Provinz zum Studieren. USA und Lateinamerika, Australien und Spanien waren der Trost für sieben Jahre Konstanzer Kleinstadt-Studentenleben. Dabei immer wieder: schreiben, schreiben, schreiben. Für den Konstanzer Südkurier ebenso wie für die dpa und den australischen Special Broadcasting Service. Und nun geht’s (Rhein)aufwärts. Der Blick aus der Kantine hat sich kaum geändert und ist doch ganz anders: Statt Segelboote auf dem Bodensee sind es nun Frachter auf dem Rhein.


Susanne Steiger (Foto: DW).

Susanne Steiger
"Oh, you're German, you're working for DW?!" Mit dieser erwartungsvollen Frage wurde ich empfangen, als ich 2004 in Ghana ein Praktikum bei einem kleinen privaten Radiosender der Hauptstadt begann. "Wer oder was ist DW?" war meine Gegenfrage. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nichts vom Auslandsrundfunk Deutschlands - was sich in Accra entscheidend änderte.

Die ghanaischen Journalisten steckten mich mit ihrer Begeisterung für die Welle an. Zurück in Deutschland zog ich als Fränkin in den Pott, um das Studium der Journalistik mit Zweitfach Sozialwissenschaften in Dortmund zu beginnen. Dortmunder Stadtfernsehen, Klassikradio beim Bayerischen Rundfunk in München, Regionalfernsehen in Nürnberg, Lokalradio in Ghana - Stationen, in denen ich journalistische Gehversuche auf unterschiedlichem Terrain wagen konnte.

Dass die nächste Station Deutsche Welle heißen würde, hatte ich kaum zu hoffen gewagt. Jetzt bin ich also wirklich hier - und sehr gespannt auf die Zusammenarbeit mit DW-Mitarbeitern aus aller Welt. Und meinen ghanaischen Kollegen in Accra kann ich schreiben: "Yes, I do work for DW!"