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Wirtschaft

Prognose: Stärkeres Wachstum in Deutschland

Dank konsumfreudiger Verbraucher und stark steigender Exporte wird Deutschland auch 2015 auf Wachstumskurs bleiben. Das glaubt das Forschungsinstitut ifo. Für den Euroraum ist die EZB weniger optimistisch.

Die deutsche Wirtschaft werde in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 1,5 Prozent wachsen, so die Prognose des ifo-Forschungsinstituts.

"Wir haben als Plus den fallenden Euro und die fallenden Ölpreise", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn am Donnerstag in München. Das habe geholfen, die Schockstarre nach dem Ausbruch der Ukraine-Krise zu überwinden. "Die zwischenzeitlichen Irritationen, die es noch im Herbst gab, sind einem neuen Optimismus gewichen."

Die Münchner blicken damit zuversichtlicher auf die Wirtschaft als die führenden Institute in ihrem Herbstgutachten, an dem auch das Ifo beteiligt war: Darin sagen die Forscher ein Plus von 1,3 Prozent für 2014 und von 1,2 Prozent für 2015 vorher. Im November hatte Sinn Deutschland sogar am Rande der Rezession gesehen.

Ölpreis als Konjunkturprogramm

Doch eine Korrektur der amtlichen Wachstumsstatistik für das erste Halbjahr, der Ölpreisrückgang und die bessere Stimmung in den deutschen Chefetagen hätten das Bild verändert.

"Entscheidend war der Ifo-Index. Das hat uns auch total überrascht", sagte Sinn. Das Geschäftsklima hatte sich im November unerwartet aufgehellt.

"Die Wachstumsstütze dürfte der private Konsum in Deutschland sein", erläuterte Ifo-Konjunkturexperte Timo Wollmershäuser. Der Verbrauch werde im nächsten Jahr um 1,7 Prozent und im laufenden Jahr immerhin um 1,1 Prozent anziehen.

Getrieben werde diese Entwicklung durch einen Kaufkraftzuwachs infolge der niedrigen Inflation. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, sind die Verbraucherpreise im November nur noch um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen - vor allem wegen geringerer Kosten für das Tanken und Heizen.

"Der Rückgang der Ölpreise ist ein wunderbares Konjunkturprogramm für Deutschland. Das wird der Bundesregierung auch helfen, die negativen Effekte der Einführung des Mindestlohns zu kaschieren", so Wollmershäuser. Die Preise dürften nur um 0,8 Prozent steigen, etwas weniger als noch 2014.

Magere Aussichten für den Euroraum

Die Arbeitslosenquote wird laut Ifo 2015 leicht auf 6,6 Prozent sinken. Das bedeutet, dass im Jahresmittel knapp unter 2,9 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet sein werden. Die Zahl der Erwerbstätigen wird demnach dank der starken Einwanderung einen Rekord von 42,84 Millionen erreichen.

Weniger gut sind dagegen die Aussichten für den Euroraum, schreibt die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Für das laufende Jahr erwartet die EZB einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,8 Prozent. Im Jahr darauf werde das Wachstum auf 1,0 Prozent, 2016 dann auf 1,5 Prozent anziehen.

Insbesondere die privaten Investitionen dürften auch Anfang 2015 gering bleiben, so die EZB. Erst allmählich würden die anziehende Weltkonjunktur, die Euroschwäche und die lockere Geldpolitik der Notenbank im Euroraum zum Tragen kommen.

bea/ (dpa, reuters)