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Aktuell Europa

Prognose: Poroschenko wird neuer Präsident der Ukraine

Der Unternehmer Petro Poroschenko wird ersten Prognosen zufolge neuer Präsident der Ukraine. Er erreichte danach bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Sein Ziel: "Dem Land Frieden zu bringen."

Nach ersten Nachwahlbefragungen kam der Schokoladenfabrikant auf fast 56 Prozent der Stimmen. Damit wäre er bereits im ersten Durchgang zum neuen Staatschef der Ukraine gewählt. Die frühere Regierungschefin und Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko war den Angaben zufolge weit abgeschlagen mit 12,9 Prozent. Die Nachwahlbefragung wurde von drei ukrainischen Umfrageinstituten vorgenommen.

Poroschenko hatte sich als einziger Oligarch des Landes von Anfang an offen hinter die proeuropäische Maidan-Bewegung gestellt und war ihr wichtigster Geldgeber. Einer Schätzung des US-Magazins "Forbes" zufolge beläuft sich das Vermögen des "Schokoladenbaron" genannten 48-Jährigen auf umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro.

In einer ersten Stellungnahme sagte er, seine wichtigste Aufgabe sei es, "den Krieg zu beenden und dem Land Frieden zu bringen". Er sprach sich für Parlamentswahlen noch in diesem Jahr aus. Timoschenko räumte inzwischen ihre Niederlage ein.

Große Sicherheitsvorkehrungen

Für die wohl wichtigste Volksabstimmung der ukrainischen Landesgeschichte waren 100.000 Polizisten und Freiwillige mobilisiert worden. Außerdem kontrollierten 1200 internationale Wahlbeobachter den Urnengang.

Bereits kurz nach Eröffnung strömten die Ukrainer bei sonnigem Wetter in die Wahllokale. Rund 35 Millionen Menschen waren dazu aufgerufen, einen neuen Staatschef zu wählen, der das zwischen europäisch und prorussisch orientierten Kräften gespaltene Land aus der Krise führen soll. Vor drei Monaten war der prorussische Präsident Viktor Janukowitsch gestürzt worden und ins Exil nach Russland geflohen.

Andrang im Westen - Ruhe im Osten

In Kiew sowie im Westen des Landes mussten wegen des Andrangs viele Wähler längere Zeit warten, um ihre Stimme abgeben zu können. Im von prorussischen Separatisten kontrollierten Osten des Landes hingegen blieben viele Wahllokale geschlossen.

In der Rebellenhochburg Donezk waren nur wenige Menschen auf den Straßen. Nach offiziellen Angaben standen in der Region kaum mehr als 400 von 2430 Wahllokalen offen. Auch in Luhansk konnte nur jeder sechste der 1,8 Millionen Wahlberechtigten seine Stimme abgeben.

Ein Grund dafür sind die größtenteils von Separatisten dominierten Wahlkommissionen in beiden Regionen. Schon vor der Abstimmung hatten Wahlbeobachter zahlreiche Einschüchterungsversuche und Angriffe auf Wahllokale angeprangert.

Steinmeier vorsichtig optimistisch

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich vorsichtig optimistisch zum Verlauf der Wahl. Angesichts der Tatsache, dass vor kurzem noch ein landesweites Blutvergießen befürchtet worden sei und die Wahl gänzlich in Frage gestanden
habe, sei er "einigermaßen zufrieden", sagte er. Allerdings sei es bedauerlich, dass in
einigen Gebieten nicht habe gewählt werden können.

Der ukrainische Ex-Boxprofi Vitali Klitschko gewann derweil die Bürgermeisterwahl in Kiew. Der Sportstar habe 57,4 Prozent der Stimmen erhalten, ergab eine Nachwahlbefragung im Auftrag des Staatsfernsehens.

mm/sti (dpa, afp, ap, rtr)

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