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Wirtschaft

Procter & Gamble bietet 57 Milliarden für Gillette

Der US-Konzern Procter & Gamble will den Rasiererhersteller Gillette kaufen. Der Pampers- und Ariel-Hersteller würde damit zum größten Konsumgüterkonzern weltweit aufsteigen.

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"Meister Proper" gehört zu den Marken von Procter & Gamble

Die Transaktion hat einen Wert von rund 57 Milliarden Dollar (43,8 Milliarden Euro) und soll über einen Aktientausch vollzogen werden. Dies teilte Procter & Gamble (P&G) am Freitag (28.1.2004) in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio mit. Procter & Gamble bietet 0,975 eigene Aktien für jeden Gillette-Anteil. Dies wäre ein Aufschlag von 18 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs am Donnerstag.

Falls die Gillette-Aktionäre und die Wettbewerbsbehörden das Angebot absegnen, soll die Übernahme im Herbst abgeschlossen werden. Eine Zustimmung der Aktionäre wird in Fachkreisen erwartet. In dem neuen Unternehmen werden laut P&G 6000 der zusammengerechnet 140.000 Stellen gestrichen. Gilette beschäftigt 30.000 Mitarbeiter in 14 Ländern. Procter & Gamble hat 110.000 Beschäftigte in mehr als 40 Ländern. Beide Firmen unterhalten auch Vertretungen in Deutschland.

Braun, Duracell, Oral B

Tempo Taschentücher

Tempo Taschentücher

Windeln, Waschmittel und Rasierer, das alles käme mit der Übernahme unter ein Dach: Procter & Gamble ist auf dem deutschen Markt vor allem mit den Marken Ariel, Meister Proper, Pampers und Tempo bekannt. Der Konzern hatte in der Vergangenheit bereits kräftig zugekauft und den Haarpflegespezialisten Wella aus Darmstadt erworben. Procter & Gamble würde seine Produktpalette durch die Gillette-Übernahme neben dem weltweit bekannten Rasierermarken Braun und Gillette noch um Marken wie Duracell und Oral B erweitern. Zusammen bieten die Konzerne mehr als 180 Produkte an.

Mit einem Preis von 57 Milliarden Dollar wäre es der teuerste Kauf in der Unternehmensgeschichte von Procter & Gamble. Die Übernahme von Gillette sei "eine einzigartige Gelegenheit" und verbinde die besten Anbieter von Konsumgütern in ihren Bereichen, erklärte P&G-Chef A. G. Lafley. Gilette-Chef James M. Kilts soll nach der Übernahme Vize-Chef des neuen Konzerns werden. Die Fusion bringe zwei Firmen zusammen, "die in ihren Stärken, ihren Kulturen und Visionen komplementär sind", betonte Kilts.

"Traumgeschäft"

Der größte Gillette-Eigner, der Finanzmagnat Warren Buffett, begrüßte den Zusammenschluss. "Das ist ein Traum-Deal", erklärte er. Er kündigte an, seinen Anteil an Procter & Gamble bis zum Abschluss der Fusion auf 100 Millionen Aktien aufzustocken. Buffett hält über seine Firma Berkshire Hathaway derzeit 96 Millionen Gillette-Aktien, was nach dem Umtauschverhältnis 93,6 Millionen Aktien von Procter & Gamble entspricht.

Gillette hatte im vergangenen Jahr nach Analystenschätzungen 10,3 Milliarden Dollar Umsatz erzielt. Procter & Gamble erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2003/04, das am 30. Juni endete, einen Überschuss von 6,48 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 51,41 Milliarden Dollar.

Procter & Gamble kündigte auch ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm an. In den nächsten zwölf bis 18 Monaten will das Unternehmen Anteile im Wert zwischen 18 und 22 Milliarden Dollar einsammeln. P&G-Aktien gehören zu den 30 Titeln, die im New Yorker Leitindex Dow Jones gelistet sind. Sie wurden zum Börsenschluss am Donnerstag mit einem Kurs von 55,32 Dollar gehandelt. (mas)

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