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Nahost

"Problemlos durch den Sicherheitscheck"

Nach dem Absturz der russischen Airline sind am Airport des ägyptischen Badeorts Scharm el Scheich die Kontrollen verstärkt worden. Sehr gründlich seien sie aber noch nicht, berichtet DW-Korrespondentin Kristin McTighe.

DW: Kristin McTighe, Sie halten sich gerade in Scharm el Scheich auf. Wie ist die Situation vor Ort?

Kristin McTighe: Auf der politischen Ebene wird hier intensiv diskutiert. Die Briten und Amerikaner haben die These eines möglichen Bombenanschlags aufgestellt. Und die Russen setzen bis zur endgültigen Klärung der Absturzursache Linienflüge nach Ägypten aus. Die ägyptischen Behörden erklären hingegen, der Grund für den Absturz stehe noch nicht fest. Man dürfe nicht spekulieren.

Am Flughafen herrschte heute Morgen ein gewisses Durcheinander. Die Fluggesellschaft "Easy Jet" musste in Scharm el Scheich ihren Flugverkehr unterbrechen. Die ägyptischen Behörden begründeten dies damit, es gebe zu viel Gepäck. Dennoch durften es die Passagiere nicht mit in die Kantinen nehmen.

Wie sieht es in den Touristenzentren aus? Und wie geht es den Touristen selbst?

Die meisten Leute in den Ressort haben keine Angst. Sie sind allenfalls etwas verunsichert über die allgemeine Lage. Ein Tourist erklärte mir, die meisten Leute seien entspannt. Sie gehen an den Strand und freuen sich über die unerwarteten zusätzlichen Urlaubstage.

Gibt es erhöhte Sicherheitsmaßnahmen?

Touristen in Scharm el Scheich, 07.02.2012 (Foto: picture-alliance/dpa)

Beliebtes Erholungsressort: Scharm el Scheich

Am Eingang zum Flughafen gibt es zusätzliche Wachen. Sie kontrollieren die Pässe und untersuchen die PKW, sie fragen, was genau man am Flughafen macht. In den Gebäuden selbst gibt es keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, zumindest keine sichtbaren. Man sieht die natürlich Sicherheitskräfte, aber nicht mehr als üblich. Eine Touristin berichtete mir, sie hätte am Mittwoch dieser Woche bereits die Kontrollen passiert, hätte wegen der Absage des Fluges aber wieder zurückkehren müssen. Sie habe Flüssigkeiten wie Baby-Öl und Wasser dabei gehabt. Damit sei sie problemlos durch den Sicherheitscheck gekommen. Eine andere Sicherheitskraft hätte sich am Telefon unterhalten, als sie durch die Schleuse gegangen sei. Es gibt also verstärkte Sicherheitsmaßnahmen. Aber wie sehr sie ausgebaut worden sind, kann ich nicht abschließend beurteilen.

Was denken die Ägypter selber? Einmal angenommen, das Flugzeug sei wirklich Ziel eines Terroranschlags geworden: Hat man damit gerechnet?

Es ist ja bislang noch nicht erwiesen, dass es sich um einen Terroranschlag handelt. Darum geben sich die Ägypter, die in Scharm el Scheich in der Tourismusbranche arbeiten, betont locker. Es sei alles in Ordnung. Ähnliche Eindrücke haben auch die Touristen. Sie berichten mir, die Ägypter versuchten die Sache herunterzuspielen.

Angenommen, es handelte sich um einen Anschlag – was würde das für die ägyptische Tourismusbranche bedeuten?

Scharm el Scheich war die letzten Jahre der ruhende Pol in der ägyptischen Tourismuslandschaft. Es war sicher hier. Darum hielten sich auch viele Touristen hier auf – insbesondere Russen und Briten. Sollte sich herausstellen, dass die Maschine wegen eines Anschlags abgestürzt ist, wäre das ein harter Schlag für die ägyptische Tourismus-Industrie.

Kristin McTighe ist DW-Korrespondentin. Sie lebt in Ägypten.

Das Gespräch führte Kersten Knipp.

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