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Kultur

Probleme und Chancen

Mehr als die Hälfte der Menschheit lebt in Städten, und es werden täglich mehr. Parlamentarier aus 40 Ländern trafen sich in Berlin zum 4. Weltforum der "HABITAT", um über Konsequenzen zu beraten.

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Smog in Kairo

Das weltweit rasante Städtewachstum hat die Lebens- und Wohnverhältnisse vieler Menschen, insbesondere in den Entwicklungsländern, verschlechtert. Die politischen Rahmenbedingungen im Sinne einer nachhaltigen Wohnungs- und Siedlungsentwicklung hinken dieser Entwicklung hinterher. Um Erfolge zu erreichen, müsse der Aufbau demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen in den Entwicklungs- und Transformationsländern vorangebracht werden. Genau dieser Aufgabenstellung sahen sich 180 Parlamentarier auf der Konferenz "Global Parlamentarians on HABITAT" in Berlin gegenübergestellt. HABITAT ist die Siedlungs-Kommission der Vereinten Nationen und hat sich der weltweiten Wohnungsituation verschrieben.

Herausragendes Problem Sicherheit

Auf der Konferenz vom 12. bis 14.5.2003 wurde der mexikanischen Senators Ernesto Elorduy wieder zum Präsidenten gewählt. In der Sache ging es vor allem um Gesetzgebung, Selbstbestimmung der Städte – und das Thema Sicherheit. "Und zwar nicht nur im Sinne von Kriminalitätsbekämpfung und Korruption, sondern auch Sicherheit des Wohnens, soziale Sicherheit - alle solche Faktoren spielen eine wichtige Rolle", wie Peter Götz, Vizepräsident und CDU-Bundestagsabgeordneter sagte.

Das Zusammenwirken zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erhält vor allem auf kommunaler Ebene eine besondere Bedeutung. Lokale Lebens- und Standortqualität hängen stark davon ab, inwieweit Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung in der Lage sind, langfristige Konzepte zu erarbeiten und Akteure vor Ort einzubinden.

Zuzugsregulierung als Lösung?

Slumkinder in Manila

Slumkinder in Manila

Die philippinische Regierung versucht, Zuzüge vom Umland in die Hauptstadt Manila einzuschränken, in dem die vom Lande Flüchtenden in kleineren Orten im Umland, in so genannten Pufferzonen angesiedelt werden. Wohnraum ist in Manila das Hauptproblem. Wohnungen sind nicht nur teuer, es gibt auch nur wenige für Arbeitsmigranten. "Wir versuchen daher die Ballungsgebiete zu dezentralisieren und gleichzeitig das zu entwicklen, was ich unsere Sekundärstädte nenne, damit wir die Entwicklung ausbalancieren können", sagt der philippinische Kongressteilnehmer Gaudeoso Sosmania.

Ägypten hat mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen: Das Land hat 70 Millionen Einwohner, ihre Zahl nimmt jährlich im Durchschnitt um 2,5 Prozent zu - das sind mehr als eine Million Menschen pro Jahr. "In den kommenden 15 Jahren kommt auf Ägypten ein Bedarf an fünf Millionen Wohnungen hinzuzu", sagt der ägyptiusche Delegierte Dr. Mohamed Sameh Kamal El-Din. "Das ist natürlich eine große Last für Ägypten."

Hilfe zur nachhaltigen Entwicklung

Über die deutsche Entwicklungszusammenarbeit werden 240 Projekte weltweit in den Bereichen Wohnungsversorgung und Stadtentwicklung gefördert. Gerade in Afrika, das besondes von Armut und Umweltzerstörung betroffen ist, gibt es eine Reihe von eindrucksvollen Initiativen. Durch Dezentralisierungsbemühungen, das Zusammenbringen von Kommunalbehörden, ländlichen Gemeinschaften, Frauenverbänden, Privatwirtschaft und NGO's wurde eine nachhaltige Entwicklung in Angriff genommen. Um das Abwandern der Landbevölkerung in die Städte zu stoppen, schlug Butana Komphela aus Südafrika vor: "Die Menschen gehen von dort weg, wo sie nicht die gleichen Bedingungen haben. So ist es unsere Aufgabe bei HABITAT und eine weltweite Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die Menschen mit ihren Familien da bleiben können, wo sie sind."

Städte sind zum einen Wachstumsmotoren in einzelnen Regionen, andererseits breitet sich dort auch rasant die Armut aus. Dass bei allen Schwierigkeiten, die es gibt, auch positive Entwicklungen festzustellen sind, stellte abschließend Peter Götz fest - er bedürfe nur Zeit und Geduld: "Wir haben jetzt zum Beispiel aus Südafrika eine sehr positive Resonanz, sehr positive Ergebnisse erfahren. Aber die Veränderungen, die dringend notwendig sind, sind ein langer, langer Weg und es muss ständig daran gearbeitet werden."

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