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Politik

Pro: Studiengebühren? Ja bitte!

Moderate Studiengebühren bringen wichtiges Geld in das System´und werden niemanden ruinieren, meint Cornelia Rabitz.

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Kurz vor dem Diplom meines Sohnes im vergangenen Jahr musste ich zwei Semester lang noch mal tief in die Tasche greifen: An seiner Universität wurden Studiengebühren fällig, was mich zunächst empörte. Denn er hatte - anders als die meisten seiner Kommilitonen - sein Studium in der Regelstudienzeit erfolgreich beendet, kam also mithin auch gar nicht mehr in den Genuss möglicher segensreicher Folgen dieses neuen Geldflusses in die Kassen der Hochschule.

Erzwungene Spende

Cornelia Rabitz, Deutsches Programm Kultur

Cornelia Rabitz

Die Studiengebühren haben mich nicht in den Ruin getrieben. Im Gegenteil – ich habe eine, freilich erzwungene, Spende entrichtet an einen Bereich, wo das Geld gut angelegt ist. Deutsche Universitäten sind chronisch unterfinanziert. Die Gebühren können – und sie sollen ja auch – verwendet werden für mehr Dozentenstellen, eine bessere Ausstattung und die Renovierung der Gebäude, die nur allzu oft in einem beklagenswerten Zustand sind. Das wiederum trägt zweifellos zur Verbesserung von Lehre und Forschung bei. Vielleicht werden unsere Universitäten damit international endlich konkurrenzfähig.

Auch in anderen Ländern werden – zum Teil sogar wesentlich höhere - Studiengebühren verlangt, zum Beispiel an den Universitäten in den USA oder England, an die deutsche Eltern ihre Sprösslinge so gerne schicken. Warum also nicht hier bei uns?

Künftig Besserverdienende

In einer Zeit allgemeiner Belastungen ist schließlich überhaupt nicht einzusehen, warum die Gesamtheit der Steuerzahler für die Ausbildung der Akademiker und damit in der Regel künftig Besserverdienenden aufkommen sollte. Und im Übrigen: Geld ist auch an den Unis eine Triebkraft. Wer zahlt, dürfte ein großes Interesse daran haben, sein Studium zügig abzuschließen. Das Phänomen der "Langzeitstudenten", die zwölf, vierzehn oder mehr Semester Seminare und Vorlesungen bevölkern wird damit der Vergangenheit angehören. Und ein Diplom in der Regelstudienzeit ist dann eben die Regel.

Autorin: Cornelia Rabitz

Redaktion: Oliver Samson

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