Pritzker-Preis für den Inder Balkrishna Doshi | Kunst | DW | 07.03.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kunst

Pritzker-Preis für den Inder Balkrishna Doshi

Balkrishna Doshi ist der erste indische Architekt, der nun mit dem Pritzker-Preis geehrt wurde. Er gilt als Nobelpreis für Architektur. Der 90-Jährige zeichnet sich aus durch seine innovative und kostengünstige Baukunst.

Balkrishna Doshi gilt als Architekt, der mit wenigen Mitteln Häuser für viele Menschen schaffen kann. Doshi arbeitet seit mehr als 40 Jahren als Architekt, Stadtplaner und Professor. Zu seinen Errungenschaften gehören die "Aranya Sozialwohnungen" in Indore, in denen mehr als 80.000 Menschen durch ein System von Häusern, Höfen und ausgeklügelten Wegen wie in einer kleinen Stadt miteinander verbunden sind. In einem Interview nach der Bekanntgabe des diesjährigen Pritzker-Preisträgers sagte Doshi: "Mein Ziel ist es diejenigen, die nichts haben, stark zu machen."

Pritzker-Preis ehrt Doshi für seine "poetische und funktionale" Formensprache

Die Jury nannte Doshis Bauweise "poetisch und funktional". Sie betonte seine Fähigkeit, Bauten zu schaffen, die sowohl den indischen Traditionen als auch westlichen Errungenschaften entsprechen. Seine Arbeit beruht auf den Ideen von Le Corbusier und Louis Kahn. Beide Architekten schufen Bauwerke von archaischer Schönheit und hoher Symbolkraft, wollten aber auch die Architektur radikal erneuern. 

Es ist nicht das erste Mal, dass ein zeitgenössischer Architekt auch für sein soziales Engagement mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde. 2014 bekam ihn der japanische Architekt Shigeru Ban. Nicht nur für seine herausragende Architektur, sondern auch für sein persönliches und humanitäres Engagement. Bei dem Bau von Notunterkünften in Krisenregionen wie Ruanda, Haiti und auf den Philippinen verwendete Ban preiswerte Materialien wie Pappe und gepresstes Papier. 

Runde Sache: Pritzker Preis wurde zum 40. Mal verliehen

Der Preisträger wurde am Mittwoch in der Hyatt Foundation in Chicago bekannt gegeben. Der renommierte Pritzker-Preis wird seit 1979 jedes Jahr von der amerikanischen Hyatt-Stiftung verliehen, die der Unternehmer Jay A. Pritzker (1922-1999) eingerichtet hat. Pritzker hat seine Familienwurzeln in Europa: Seine Mutter stammt aus Wien, seine Großeltern waren im 19. Jahrhundert aus Russland eingewandert. Der Pritzker-Clan gehört zu den reichsten Familien der USA mit einem geschätzten Gesamtvermögen von 13,5 Milliarden Dollar. Auch die Hotelkette Hyatt gehört zum Finanzimperium der Familie. Dotiert ist der Pritzker-Preis mit 100.000 US-Dollar (ca. 80.500 EUR).

so/rey (dpa, AFP)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema