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Wirtschaft

Prinzipien gegen Macht eingetauscht

Drei Jahrzehnte war er der führende Wirtschaftsökonom der Republikaner, zwei davon Chef der US-Notenbank. Nun erscheint die Autobiografie von Alan Greenspan, in der er mit der Finanzpolitik der Regierung Bush abrechnet.

Alan Greenspan, Quelle: AP

Der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan

In dem 531 Seiten langen Buch "The Age of Turbulence: Adventures in a New World" (auf Deutsch: "Mein Leben für die Wirtschaft") schreibt Alan Greenspan, US-Präsident George W. Bush habe seine politischen Ziele über eine vernünftige Wirtschaftspolitik gestellt. Die Politik der Steuerkürzungen und der Erhöhung der Militärausgaben sei zwar im Jahr 2000 noch realistisch gewesen, da der Haushalt mehrere Jahre Überschüsse verbucht hat. Mit dem wachsenden Defizit seit 2002 sei diese Politik jedoch nicht mehr angebracht gewesen. Erfolglos, so schreibt der 81-Jährige, habe er versucht Bush zu überzeugen, die "außer Kontrolle geratenen" Staatsausgaben mit seinem Veto im Kongress zu stoppen.

Verdiente Niederlage

Buchtitel: Mein Leben für die Wirtschaft von Alan Greenspan, Quelle: dpa

Alan Greenspans Autobiografie erscheint weltweit gleichzeitig.

Das Präsidialamt wies die Kritik Greenspans zurück. Die Politik der Regierung habe sich auf strenge Analysen gestützt. Ein Veto sei gar nicht nötig gewesen, weil der Kongress mit Bush auf einer Linie gelegen habe. Zudem habe man nicht die Absicht, sich für "Ausgaben zum Erhalt der nationalen Sicherheit" zu entschuldigen, sagte Regierungssprecher Tony Fratto. Greenspan meint, dass die Republikaner bei der Kongresswahl 2006 für diese Fehler abgestraft wurden, die Niederlage sei verdient gewesen: "Sie haben Prinzipien gegen Macht eingetauscht und letztendlich beides verloren."

Mit Blick auf die künftige Wirtschaftsentwicklung warnte Greenspan, die Notenbank könnte gezwungen sein, die Leitzinsen bis auf zweistellige Werte zu erhöhen, um die Inflation zwischen ein und zwei Prozent zu halten. Sollte sie jedoch dem politischen Druck erliegen, so könnte die Teuerungsrate in den nächsten Jahren auf durchschnittlich vier bis fünf Prozent steigen.

Geldguru unter vier US-Präsidenten

Alan Greenspan, Quelle: dpa

Rechnet ab: Alan Greenspan

Alan Greenspan, der den Republikanern nahe steht, war von August 1987 bis Januar 2006 Chef der Federal Reserve, der US-amerikanischen Notenbank. Unter vier verschiedenen Präsidenten erreichte Greenspan, der laut Gerüchten Analysen und Maßnahmen in der Badewanne konzipierte, internationales Ansehen. Oft wurde der umstrittene Notenbankchef als "heimlicher mächtigster Mann der Welt" bezeichnet. Seine Memoiren erscheinen am Montag, den 17.09.2007 weltweit im Handel. (wei)

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