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Aktuell Europa

Prinz Charles gibt Sinn Fein-Chef Gerry Adams die Hand

Große Geste mit Symbolkraft: Der britische Thronfolger Prinz Charles ist mit dem Vorsitzenden der irischen Partei Sinn Fein, Gerry Adams, zusammengekommen. Das Treffen im irischen Galway ist ein Zeichen der Versöhnung.

Die Begegnung von Prinz Charles und Gerry Adams, dem Anführer der Partei, die als politischer Arm der Untergrundorganisation IRA galt, war mit Spannung erwartet worden. Nie zuvor hatten ein Mitglied der Königsfamilie und ein Angehöriger der Sinn-Fein-Spitze sich auf dem Boden der Republik Irland die Hand gegeben. Adams gehört seit 2011 dem irischen Unterhaus an und ist eine Schlüsselfigur der Aussöhnung zwischen pro-britischen Protestanten und pro-irischen Katholiken in Nordirland. Die Katholiken hatten jahrzehntelang für eine Loslösung Nordirlands vom Vereinigten Königreich und den Anschluss an die Republik Irland gekämpft. In dem blutigen Konflikt wurden etwa 3500 Menschen getötet.

Die Männer lächelten sich in Galway an der westirischen Küste an und stecken die Köpfe zusammen. Prinz Charles war einer Einladung Adams' zu dem Treffen gefolgt. Er hoffe, die Geste werde den Versöhnungsprozess voranbringen, hatte Adams dem britischen Sender BBC gesagt. "Der Konflikt ist zum Glück vorbei, es bleiben aber noch ungelöste Ungerechtigkeiten", sagte er. Daher müsse ein Heilungsprozess entwickelt werden. Vor rund einem Jahr war Adams wegen eines vier Jahrzehnte zurückliegenden Mordes verhört worden, war aber ohne Anklage freigekommen.

Gedenken in Mullagmore

Charles und seine Frau Camilla sind zwei Tage in Irland und zwei Tage in Nordirland unterwegs. Am Mittwoch will der Thronfolger die Stelle bei dem Fischerdorf Mullagmore besuchen, an der sein Großonkel Lord Mountbatten 1979 von der bewaffneten Untergrundorganisation IRA ermordet worden war. Der 79-jährige Lord war seinerzeit mit zwei Verwandten und dem 14-jährigen Patenkind von Charles auf einem Fischerboot einem Bombenanschlag zum Opfer gefallen.

Es ist der dritte Besuch des Prinzen in der Irischen Republik, seit die Untergrundorganisation 1994 einen Waffenstillstand ausgerufen hatte. 1995 war er das erste Mitglied der Königsfamilie, der Irland seit der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich besucht hatte.

2012 hatten Queen Elizabeth II. und der hochrangige Sinn-Fein-Vertreter Martin McGuinness sich in der nordirischen Hauptstadt Belfast erstmals die Hand gegeben. McGuinness, der in den siebziger Jahren ein IRA-Kommandeur war, ist Vizechef der nordirischen Regionalregierung.

kle/qu (dpa, rtre, ape, afpe)