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Wirtschaft

Printen im Zeichen der Sonne

Wenn es kalt draußen ist, stürmisch oder gar der erste Schnee fällt - dann ist in Deutschland Lebkuchen-Zeit. Eine Zeit ganz nach dem Geschmack der Firma Lambertz. Ein "heimlicher Weltmeister" aus Aachen.

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Schmackhaftes aus Aachen

Für die Aachener Printen- und Schokoladenfabrik ist die Vorweihnachtszeit Hochsaison, da werden Lebkuchen, Spekulatius oder auch Dominosteine rund um die Uhr gebacken. Die Firma Lambertz setzt mit Lebkuchen und anderem Gebäck jährlich rund 400 Millionen Euro um. Mittlerweile sind die Leckereien nicht nur in ganz Deutschland in aller Munde. Lambertz "cookies" verführen zum Naschen - auch in Nordamerika oder in osteuropäischen Ländern.

Man nehme: Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln, Orangeat und Zitronat, Honig, Mehl, Zucker, Eier, Marzipan und - ganz wichtig - Gewürze wie Anis, Ingwer, Kardamon, Koriander, Muskatblüte, Nelken, Piment und Zimt. Aus all diesen Zutaten wird Lebkuchen, werden die "Printen" gemacht. Geht die Geschichte des Lebkuchens auf Honigkuchen-Funde im alten Ägypten zurück? Oder ist die Herkunft der "Printen", dieses schlichten braunen Lebkuchen-Rechtecks, auf Kaiser Karl den Großen zurückzuführen? Den Aachener würde es sicherlich gefallen, wenn der Patron der Stadt Erfinder dieser Leckereien wäre. Aber beweisen lässt sich nichts.

Lieferant von Dom und Rathaus

Lambertz

Hermann Bühlbecker, Unternehmer des Jahres 2002

Sicher aber ist, dass ein Vorfahre des Aachener Gebäckhauses Lambertz bereits 1688 die Rechte erhielt, in Aachen am Markt ein Backhaus zu errichten. Und damit begann die Erfolgsstory. Um 1820 habe dann Henry Lambertz als erster den Printenteig völlig mit Zuckersirup und Farinzucker gesüßt, erzählt Hermann Bühlbecker, ein Nachfahre und der heutige Alleininhaber der Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Lambertz. Es gibt sie bis heute, die beliebte Lambertz'sche Kräuterprinte, hart im Biss, für Menschen mit guten Zähnen. Die Printen mit Schokoladenüberzug, die erblickten "den Guss" erst zum Ende des 19. Jahrhunderts. Henry Lambertz der Vierte hätte wohl seine Freude an dieser unermüdlichen Produktion verschiedener Leckereien gehabt, die hier im wahrsten Sinne des Wortes "vorbeiduften".

Vor gut 300 Jahren ist das wohl ganz anders zugegangen im ersten Geschäft des Bäckermeisters Henry Lambertz des Ersten, dem Backhaus am Markt. Es hieß "Zur Sonne" - weil damals Louis XIV, der Sonnenkönig, regierte. Die Sonne ist auch heute noch ein Markenzeichen der Firma Lambertz und strahlt sozusagen über die Entwicklung der Firma: von 1688, als das Backhaus Dom und Rathaus - sozusagen das Herz der Stadt - belieferte, bis heute.

Unternehmer des Jahres

Mandel-Honig-Saftprinten zu Weihnachten, aber auch ein großes Sortiment anderer Gebäcke und Kuchen, bietet Lambertz das ganze Jahr über an, wie Nussecken oder Kokosmakronen - für inländische wie ausländische Naschkatzen- und -kater. An sechs deutschen Standorten und im polnischen Kattowitz produziert Lambertz seine Backwaren. In Polen hat das Unternehmen schon Jahre vor der EU-Osterweiterung seine Fühler ausgestreckt um auch andere Märkte in Tschechien, Ungarn oder Bulgarien zu erschließen. Polen ist auch deshalb interessant, weil man die Printen dort (anders als in Deutschland) das ganze Jahr verkaufen kann.

Rund 3500 Mitarbeiter hat das Familienunternehmen Lambertz, das der 54jährige Hermann Bühlbecker von rund 28 Jahren übernommen hat. Er wurde 2002 zum Unternehmer des Jahres gekürt und hat es 2003 gar geschafft, in die Riege der "besten Unternehmer der Welt" aufgenommen zu werden. Zu den Kriterien, die für derartige Auszeichnungen erfüllt sein müssen, zählt beispielsweise das Wachstum eines Unternehmens - aber auch die Mitarbeiterführung und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Nicht zuletzt zählt bei Lambertz auch das soziale Engagement. So geht die Hälfte des Umsatzes auf dem Aachener Weihnachtsmarkt, der sich malerisches um den Dom platziert, in diesem Jahr an die Deutsche Welthungerhilfe. Auch das soziale Engagement zählt für den Süßwarenbäcker mit der Sonne im Emblem.

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