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Aktuell Amerika

Prince ist tot: Abschied von einem Pop-Genie

Genialer Gitarrist, begnadeter Sänger, fantastischer Songwriter, einfallsreicher Arrangeur: Prince prägte die Popmusik des 20. Jahrhunderts. Mit seinem frühen Tod verliert die Szene eine ihrer einflussreichsten Figuren.

Der Künster starb am Donnerstag auf seinem Anwesen in Minnesota, wie eine Sprecherin des Sängers mitteilte. Die Todesursache wird noch untersucht. Laut der Promiwebseite "TMZ" wurde Prince knapp eine Woche vor seinem Tod in einem Krankenhaus in Moline im US-Bundesstaat Illinois wegen einer Überdosis behandelt. Ihm sei ein sogenannter Save Shot gespritzt worden, das übliche Gegenmittel gegen eine Überdosis an Opiaten, heißt es weiter.

In den 1980er und frühen 1990er Jahren gibt es Zeiten, da ist Prince auf Augenhöhe mit den ganz Großen des Pop - künstlerisch sowieso, aber auch kommerziell. Wohl nur Madonna, Michael Jackson und U2 übertreffen die Plattenverkäufe und Konzerterfolge des aus der Industriestadt Minneapolis stammenden Amerikaners. Zeitweise wird Prince als Rivale des 2009 gestorbenen Michael Jackson angesehen.

Seine brodelnde Mixtur aus Funk, Pop, Blues und Rock, das explosive Gitarrenspiel, diese so sinnliche wie hochflexible Soul-Stimme, die frechen, teilweise frivolen Texte elektrisieren die Massen - und natürlich seine Hits wie "Purple Rain", "Kiss" oder "Sign O' The Times". Die aufwändigen Shows des mit 1,57 Metern kleingewachsenen Prince Rogers Nelson - Sohn eines schwarzen Jazz-Musikers und einer weißen Sängerin - sind knallbunte Messen eines exzentrischen Musikgenies.

Superstar der 80er

Der nun so plötzlich gestorbene Prince setzte auf ein dandyartiges und androgynes Erscheinungsbild. Seine Hits "Girls & Boys", "Cream" und "Kiss" heizten auf Partys die Stimmung an.

Prince, geboren am 7. Juni 1958, galt seit seinem Debüt mit dem Album "For You" (1978) als musikalisches Wunderkind. Mit 19 Jahren war der Multi-Instrumentalist der jüngste Künstler, dem das Label Warner ein Album in völliger Eigenregie gestattete. Die Texte der ersten Platten lasen sich wie feuchte Träume eines Teenagers, die Musik dazu - inspiriert von James Brown, Jimi Hendrix, Curtis Mayfield oder Sly Stone, aber auch den Beatles - klang indes enorm reif.

Mit dem ambitionierten Doppel-Album "1999" und Tanzflächenfegern wie dem Titelsong oder "Little Red Corvette" kam 1982 der Durchbruch. Mit dem Soundtrack zum Film "Purple Rain" vollendete Prince zwei Jahre später seinen Aufstieg zum Superstar. Prince versuchte sich auch als Schauspieler, merkte aber früher als Madonna, dass dies nicht sein Metier war. Mit "Nothing Compares 2 U" (auch gesungen von Sinead O'Connor) komponierte er eine der schönsten Balladen der Pop-Historie.

Rebellion gegen die Musikindustrie

Auf der Höhe des Ruhms begann dann seine Rebellion gegen die Musikindustrie, der er vorwarf, seine kreative Freiheit beschränken zu wollen. Er schrieb sich das Wort "Sklave" auf die Wange und benannte sich nur noch nach dem unaussprechlichen Symbol, mit dem sein vorheriges Album betitelt war - eine Kreuzung aus den Symbolen für das weibliche und männliche Geschlecht.

Er wurde nun als "Der Künstler, der früher Prince hieß" bezeichnet - und erntete für die exzentrische Namensgeste nicht nur Respekt, sondern auch Spott. Prince nahm später seinen alten Künstlernamen wieder an, aber mit den großen Musikkonzernen schloss er nie seinen Frieden. Er wechselte häufig die Labels und publizierte seine Songs zuletzt im Streamingdienst Tidal.

Mann ewiger Jugend

Schlagzeilen machten seine Nähe zu den Zeugen Jehovas und hin und wieder ein meist gut behütetes Privatleben. Immer wieder wurden Prince Affären nachgesagt - mit Kim Basinger, Madonna, Carmen Electra, Sheena Easton. Zweimal war Prince verheiratet - mit weniger bekannten Damen. Bis zum Schluss sah er aus wie ein Mann von ewiger Jugend. Auch deswegen rechnete niemand mit der traurigen Nachricht, dass nach David Bowie mit Prince in diesem Jahr ein weiteres Pop-Chamäleon sterben würde.

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