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Politik

Pressestimmen von Samstag, 8. Dezember 2007

Umweltschutz in aller Munde

Der Kampf gegen den für die Menschheit bedrohlichen Klimawandel ist in aller Munde. Mit Demonstrationen und Presseaufrufen zu kurzen Stromabschaltungen machen Umweltorganisationen ebenso wie namhafte Unternehmen in Deutschland auf das Problem aufmerksam. Die Tageszeitungen greifen auch in ihren Kommentaren das Thema auf.

So schreibt die NORDSEE-ZEITUNG aus Bremerhaven:

"Die populistische Aktion, zu der eine seltsame Allianz aus Bild-Zeitung, BUND, Greenpeace und WWF aufgerufen haben, droht vor lauter Symbolträchtigkeit zu verpuffen. Denn was bringt es, wenn nach fünf Minuten Dunkelheit Millionen Verbraucher ihre Strom fressenden Adventslichterketten und -schläuche wieder einschalten und die Kilowattstundenzähler auf Hochtouren laufen? Sinnvoller und nachhaltiger ist da die Kampagne Licht an! Aber richtig. Denn, nur wenn Millionen Verbraucher auf Energiesparlampen umsteigen, beim Kauf auf Strom sparende Geräte achten, die Stand-By-Funktion ihrer Elektrogeräte ausschalten und zu Ökostrom-Anbietern wechseln, ließe sich langfristig Energie sparen und klimafreundlicher leben."

Die ALLGEMEINE ZEITUNG aus Mainz meint:

"Deutschland rettet nicht die Welt, aber es leistet einen Beitrag dazu, von Menschen beeinflussbare Faktoren des Klimawandels positiver zu gestalten. Gut so. Im Vergleich zu anderen Industrienationen steht die Bundesrepublik mit dem Ergebnis ihrer Bemühungen jetzt sogar in vorderster Reihe. All das sollte aber nicht nur den Deutschen Ansporn sein, den eingeschlagenen Kurs energisch weiter zu verfolgen, wenn auch nicht mit der albernen 'Licht-an-Licht-aus-Aktion' ".

DER TAGESSPIEGEL aus Berlin verweist auf die Erfahrungen anderer. Das Blatt schreibt:

"Ähnliches hat es in Sydney, San Francisco und Paris gegeben. Das ist zwar eine völlige Trivialisierung des Klimaproblems. Aber da die Umweltorganisationen dringend auf der Suche nach Aktionsformen sind, ist es wohl eine naheliegende Idee. Ob sich dadurch irgendjemand davon überzeugen lässt, im Alltag sparsamer mit Energie umzugehen, wird sich nicht nachweisen lassen. Aber eines beweist die Aktion: Der Klimawandel ist im Alltag eines jeden angekommen."

Pessimistischer sieht es der SCHWARZWÄLDER BOTE aus Oberndorf:

"Der Patient Erde ist krank, nur Gesundreden hilft ihm keinen Schritt weiter. Und auch nicht die Aufforderung, die Republik für fünf Minuten zu verdunkeln. Deutschland ist Vizemeister auf dem weltweiten Klimaschutzindex? Toll! Doch Absichtserklärungen allein bringen gar nichts. Die schwarz-rote Bundesregierung hat mit ihrem Klimaschutz-Paket einen Blanko-Scheck ausgestellt. Einzulösen am Sankt-Nimmerleinstag. Dann, wenn es heißt: prima Klima! Also nie!"

Zum Schluss noch die HEILBRONNER STIMME, die fragt:

"Nichtstun? Das kann man den Deutschen nicht nachsagen, jetzt haben wir es, siehe Studie, wieder mal schwarz auf weiß. Aber tun wir genug? Auch das aktuelle Ranking sieht die Deutschen nur als Einäugige unter Blinden. Und: Wir haben den vierthöchsten Pro-Kopf-Ausstoß an CO2, brauchen uns also nichts einzubilden."