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Politik

Pressestimmen von Samstag, 18. August 2007

Eingriff der US-Notenbank

Die US-Notenbank hat auf die drohenden Gefahren für das Wirtschaftswachstum durch die Hypothekenkrise in Amerika reagiert. Sie senkte den Diskontsatz um einen halben Prozentpunkt auf 5,75 Prozent. Die brisante Situation an den Finanzmärkten ist auch Thema der Kommentatoren der deutschen Tagespresse.

DIE WELT konstatiert:

'Die US-Notenbank Fed hat gehandelt, und die arg gerupften Börsianer applaudieren mit einem zeitweise veritablen Kursfeuerwerk. Fast scheint es, als habe die Seuchenwoche der Finanzmärkte nun doch noch ein halbwegs versöhnliches Ende gefunden. Tatsächlich ist der Minizinsschritt der Fed aber durchaus geeignet, neue Sorgen zu schüren.... Entweder ist die Lage noch viel schlimmer, als bislang öffentlich bekundet ... oder die Fed hat sich schlicht von der Panik der Finanzmarktakteure anstecken lassen.'

Im MUENCHNER MERKUR lesen wir:

'Für die Weltfinanzmärkte hat sich das Tor zur Hölle geöffnet. Was sie sahen, hat Amerikas Notenbanker offenbar so geschockt, dass sie ... den Katastrophenfall ausriefen und sogleich zur größten Feuerlöschaktion seit dem 11. September 2001 ausrückten. Den in Panik verfallenen Akteuren an den globalen Märkten aber hat sie das stärkste mögliche Signal gegeben: Die Notenbank mit ihrer überwältigenden Macht, unbegrenzt Geld zu schöpfen, ist entschlossen, die Kreditkrise zu meistern.'

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG gibt zu bedenken:

'Die Notenbanken sind keine Alleskönner. Sie produzieren billiges Geld, aber sie sind nicht in der Lage, angeschlagene Banken oder Hedge-Fonds zu sanieren. Daher könnten in den nächsten Wochen Nachrichten über weitere Krisen von Banken und Fonds die Finanzmärkte erreichen. Je länger die Verwerfungen an den Finanzmärkten dauern, desto dringlicher stellt sich die Frage nach den Folgen für das Wirtschaftswachstum und die Arbeitsplätze.... Die Risiken befinden sich in Amerika. Sollte das Wachstum dort einbrechen, würde wohl auch Deutschland erfasst.'

Der NORDBAYERISCHER KURIER fragt:

'Kann uns der Schritt der US-Notenbank beruhigen? Nein. Die Finanzmärkte sind hypernervös, hinter den Kulissen brodelt es. Die riskanten Kreditgeschäfte in den USA gefährden die Geldversorgung der Wirtschaft, bringen die Weltbörsen ins Wanken. Wie lange können die Notenbanken die Märkte noch bei Laune halten? Selten war der Börsenkrimi spannender als jetzt.'

Abschließend noch die STUTTGARTER ZEITUNG. Zitat:

'Niemand rechnet damit, dass die Vertrauenskrise nun über Nacht verschwindet. Und was die Finanzmärkte von den Notenbanken eigentlich haben wollen, ist eine Absenkung der Leitzinsen. Diese Forderung stellt die Währungshüter aber vor ein großes Problem. Denn eine Zinssenkung würde den Spekulanten signalisieren: Macht euch keine Sorgen, wenn es wirklich schlimm kommt, hauen wir euch da raus.'