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Politik

Pressestimmen von Samstag, 01. Dezember 2001

Afghanistan / deutsche Wirtschaftspolitik / George Harrison tot

Thema in den Kommentarspalten der deutschen Tageszeitungen an diesem Samstag ist erneut der Afghanistan-Krieg. Beachtung findet daneben die Haushaltsdebatte im Bundestag und der Tod von Ex-Beatle George Harrison.

Zur Entwicklung im Afghanistan-Krieg schreibt die FRANKFURTER ALLGEMEINE:

"Kommt es zur Aufstellung einer Friedenstruppe im Auftrag der Vereinten Nationen, dann kann sich Berlin der Aufforderung, sich an ihr zu beteiligen nur schwer entziehen - erst recht nicht, wenn Deutschland die Truppe anführen soll. ... Die rot-grüne Regierung wiegelt freilich ab, und das nicht nur aus Bescheidenheit. Denn Schröder und Fischer können sich in der Außenpolitik nicht allein auf die Interessen Deutschlands konzentrieren: Sie müssen ständig danach schielen, was ihre Parteien mitmachen."

Die BERLINER ZEITUNG bemerkt zur Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg:

" Es gibt auch neben dem Optimismus der Verhandlungsführer guteGründe für die Hoffnung, dass eine erste Verständigung gelingen kann. Für die Vertreter der Exilgruppen und der Provinzfürsten gibt es keine andere Möglichkeit, doch noch an Machtpositionen in der Hauptstadt Kabul zu gelangen. Und die militärisch siegreiche Nordallianz ... sieht keinen anderen Weg, um endlich die vom Westen versprochenen Finanzhilfen in die Finger zu bekommen. Das Preisgeld für einen Konsens sind ein paar Milliarden Dollar. Solche Summen schlägt man nicht leichtfertig aus", unterstreicht die BERLINER ZEITUNG.

Ähnlich sieht es die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG:

"Niemand kann erwarten, dass in Afghanistan nach über 20 Jahren Krieg und Chaos von heute auf morgen Frieden und Demokratie ausbrechen. Schon gar nicht vom Petersberg bei Bonn aus. Die Hauptarbeit muss in Kabul geleistet werden, und zwar von den Afghanen selbst. Aber eingedenk dieser Vorzeichen ist das, was in kurzer Zeit bisher erreicht wurde, ein erfreulicher erster Schritt in Richtung einer halbwegs stabilen, repräsentativen Nachkriegsordnung."

Themenwechsel: Der Bonner GENERALANZEIGER bemerkt zur Debatte um den am Freitag verabschiedeten Haushalt 2002.

"Schröder steht wirtschaftspolitisch vor einem Scherbenhaufen. Statt sich an die eigene Nase zu fassen, schiebt er die wieder steigende Arbeitslosigkeit auf die lahmende Binnenkonjunktur und die Rezession in den USA. ... Wie sehr der Bundeskanzler an der Leine der Gewerkschaften liegt, bewies er in der dieswöchigen Haushaltsdebatte, als er sich erneut jegliche Änderung am Kündigungsschutz verbat."

In der STUTTGARTER ZEITUNG ist zu lesen:

" Die Opposition spricht von Betrug und wirft Finanzminister Hans Eichel vor, dem Etat für das kommende Jahr geschönte Zahlen zu Grunde gelegt zu haben. Die Vorwürfe sind reichlich übertrieben und ein Zeichen dafür, dass der Wahlkampf egonnen hat. ... Falls die Wirtschaftsdaten im nächsten Jahr nur etwas schlechter ausfallen, als Eichel unterstellt, sind die Haushaltsansätze nicht mehr zu halten. Ob Pessimismus oder verhaltener Optimismus angesagt ist, kann aber niemand vorhersagen. Deshalb ist es absurd, wenn Unionspolitiker Eichels Rücktritt fordern, urteilt die STUTTGARTER ZEITUNG:

In der Berliner BERLINER MORGENPOST heißt es:

"Eichel er setzt alles auf eine Karte. Und die heißt, das Markenzeichen "Sparhaushalt" darf auch 2002 nicht in Verruf geraten. Doch der Preis dafür besteht in dem Eingeständnis, nicht die ganze Wahrheit erzählt zu haben. Im Bundestag verkündet der Finanzminister tapfer, er habe alles im Griff. Vor der EU-Kommission aber knickt er ein. Ihr präsentiert er wesentlich pessimistischere Annahmen: weniger Wachstum, weniger Einnahmen, höhere Schulden."

Abschließend ein Blick in das Kölner Boulevard-Blatt EXPRESS. Aus Anlass des Todes von George Harrison erinnert sich der Kommentator an seine Jugend:

"Es war 1962. Ich weiß es noch ganz genau. Mit zittrigen Händen hielt ich in einem kleinen Laden die erste Single der Beatles "Love me do" in den Händen. John, Paul, George und Ringo die Fab Four, das war in Zeiten deutscher Schnulzenherrlichkeit etwas gigantisch Neues. Es war nicht nur die Musik der Band, die eine ganze Generation mitriss. Es war der Beginn einer neuen Zeit, einer Revolte gegen bürgerliche Miefigkeit. Die Trauer über den Tod George
Harrisons lässt diese Erinnerungen wieder lebendig werden. ... Beatlemania ist längst Geschichte, John und George sind nicht mehr unter uns. Der Mythos Beatles aber wird niemals sterben."


  • Datum 30.11.2001
  • Autorin/Autor Michael Wehling
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1QjN
  • Datum 30.11.2001
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