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Politik

Pressestimmen von Mittwoch, 5. September 2007

Nach dem Machtwort Kurt Becks

Im Blickpunkt der Leitartikler steht an diesem Mittwoch das Machtwort von SPD-Chef Kurt Beck, in dem dieser sich gegen Kritik an seiner Führung zur Wehr setzte.

Dazu schreibt die FRANKFURTER RUNDSCHAU:

'Beck muss zurzeit wohl kaum um seinen Parteivorsitz fürchten, einen Posten, für den alternative Kandidaten ohnehin nicht in Sicht sind. Worum Beck jedoch fürchten muss, ist seine Kanzlerkandidatur. Hier hat der Parteivorsitzende Beck nämlich reichlich Raum gelassen für Konkurrenz zum Kanzlerkandidaten Beck. Und deshalb fürchtet er wohl kaum die anonymen Heckenschützen aus der dritten und vierten Reihe der Sozialdemokratie, die er jetzt beschuldigt.'

Das MAIN-ECHO aus Aschaffenburg bemerkt:

'Knapp zwei Monate vor dem Parteitag in Hamburg war ein deutliches Wort an die Adresse der innerparteilichen Intriganten überfällig. Nun allerdings muss Beck auch liefern. Die Flügelkämpfe zwischen Schröder-treuen Reformern und aufmüpfigen Linken nehmen ja vor allem deshalb an Schärfe zu, weil der Vorsitzende die Partei über seine persönlichen Präferenzen im Unklaren lässt. Gut, er will kein Bündnis mit der neuen Linken. Aber was will er sonst? Politisch, taktisch, personell? Zwei Jahre vor der nächsten Bundeswahl kann Beck sich nicht mehr aufs Moderieren beschränken. Wenn er wirklich Kanzler werden will, muss er auch sagen, wie.'

Ähnlich kritisch sieht es die PFORZHEIMER ZEITUNG:

'Beck bleibt Beck, mit all seinen Schwächen. Daran ändert auch ein Wutausbruch nichts. Viele von denen, die sich jetzt demonstrativ hinter ihn stellen, tun das vermutlich auch deshalb, weil sie nur zu gut wissen, dass die Partei momentan um eine Alternative zum amtierenden Vorsitzenden verlegen ist. Das ist Becks Glück und das Pech der SPD.'

In der WESTDEUTSCHEN ZEITUNG aus Düsseldorf lesen wir:

'Wutausbrüche helfen nicht weiter. Sie wirken lächerlich. Was soll denn nach dem Mecker- und dem Basta-Beck kommen? Der Beck-will-weg- Beck? Das wäre eher ein Versprechen als eine Drohung. Wenn Beck sagt, es gehe um Leute aus der 'dritten und vierten Reihe', die schlecht über ihn sprechen, dann ignoriert er die Realität. Es ist vor allem Franz Müntefering, von Beruf Vizekanzler und insofern ein Mann aus der ersten Reihe, der glaubt, dass es Beck nicht kann. Größe würde Beck beweisen, wenn er das jetzt selbst einsieht.'

Zum Schluss noch ein Blick in die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:

'Auf dem Parteitag im Oktober wollen die Delegierten wissen, wohin die Reise geht: weiter mit einer abgespeckten Agenda 2010 oder auf Gegenkurs; weiter mit der Wehrpflicht oder ohne sie; weiter an der Seite der Amerikaner in Afghanistan oder nur noch im europäischen Verbund. (...) Nicht so sehr die Umfragen und die Zwischenrufe aus der Partei ließen Beck jetzt aus der Haut fahren - vielmehr war es seine Angst vor Festlegungen, die ihn und die SPD zerreißen könnten.'