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Politik

Pressestimmen von Mittwoch, 08. Mai 2002

Nichts Neues auf dem Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenzahlen für April sind ein bestimmendes Thema der Kommentare auf den Wirtschaftsseiten der Tagespresse.

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU gibt sich kritisch:

"Die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt, zum zweiten Mal von Florian Gerster präsentiert, bringt ebenso wenig Neues wie die Wahlprogramme der Parteien. Die von beiden Seiten hochgejubelten privaten Job- Vermittler beispielsweise kommen trotz Gutschein-Subvention (noch) nicht in die Gänge und die neuen gesetzlichen Job-Aktivitäten senken vor allem durch höhere Sperrzeiten die Zahl der Arbeitslosen. Aber auch die bundesweite Niedriglohnsektor-Subvention nach Mainzer Modell macht bislang kaum etwas her."

Die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND ist pessimistisch:

"..eine Stagnation (auf dem Arbeitsmarkt) ist noch kein Aufwärts- Trend. Und die schwachen Auftragseingänge -besonders aus dem Inland- deuten darauf hin, dass es noch etwas dauern könnte, bis die Konjunkturerholung auch am Arbeitsmarkt Spuren zeigt. Schröders Hoffnung, dass ein Aufschwung noch vor den Wahlen zu deutlich weniger Arbeitslosen führen könnte, hat gestern einen neuen Dämpfer erhalten."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG blickt in die Zukunft und merkt mit einem Seitenhieb auf den aktuellen Arbeitskampf in der Metall- und Elektroindustrie an:

"Zieht die Konjunktur an, profitieren die Arbeitslosen stets als eine der letzten Gruppen davon. Dies ist aber keine Tatsache, an der nicht gerüttelt werden könnte. Wie schnell Unternehmen nach einer Konjunkturflaute wieder Mitarbeiter einstellen, hängt vor allem von der Flexibilität des Arbeitsmarktes ab. Dass diese in den vergangenen Jahren immer mehr eingeschränkt wurde, rächt sich jetzt ein weiteres Mal. Mit Reformen ist wenige Monate vor der Bundestags- Wahl nicht mehr zu rechnen. Allerdings können die richtigen Zeichen gesetzt werden. Ein zäher Arbeitskampf mit astronomischen Lohn- Forderungen gehört ganz bestimmt nicht dazu."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG befürchtet nach der Wahl keine grundlegenden Änderungen:

"Stoiber und Schröder ... möchten nicht wie der Chefreformer der Arbeitsämter (Gerster) dafür verprügelt werden, dass sie ehrlich sagen, was getan werden muss. Lieber kündigen sie den Bürgern das Ergebnis von Reformen an (weniger Arbeitslose), aber nicht die unbequemen Reformen selbst. Nach der Wahl, so steht zu befürchten, wird der Sieger einfach auf die Reformen verzichten -und sich dann öffentlich erstaunt zeigen, dass die Massenarbeitslosigkeit nicht von selbst verschwindet."

  • Datum 08.05.2002
  • Autorin/Autor Beatrice Hyder
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2A4E
  • Datum 08.05.2002
  • Autorin/Autor Beatrice Hyder
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