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Politik

Pressestimmen von Freitag, 9. Februar 2007

Deutschland ist Exportweltmeister 2006

Deutschland ist 2006 erneut Exportweltmeister geworden. Das neue Rekordergebnis ist Kommentar-Thema in vielen deutschen Tageszeitungen.

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU schreibt:

"Das Jahr 2006 bescherte nicht nur den höchsten Ausfuhrerlös aller Zeiten, sondern auch Spitzenwerte beim Handels- und Leistungsbilanzüberschuss. Im sportlichen Wettkampf gibt es stets auch Verlierer. Im Unterschied dazu will uns die reine Lehre der Jünger von Adam Smith suggerieren, im Welthandel gäbe es nur Gewinner. Das stimmt aber nur so lange, wie die Macht des Westens nicht die Ohnmacht der marginalisierten Menschen in der Zweidrittelwelt mit sich bringt. (...) Globalisierung kann aber keine Einbahnstraße sein."

Die STUTTGARTER ZEITUNG spekuliert:

"Der Schwung für die deutschen Exporte könnte durchaus noch ein paar Jahre anhalten. Aber eine Garantie dafür gibt es nicht. Denn gerade die aufstrebenden Volkswirtschaften wie vor allem China sind potenzielle Konkurrenten. Noch wird gelacht über Autos aus dem Reich der Mitte, die meilenweit von westlichen Standards entfernt sind. Aber wie lange noch?"

Auch die THÜRINGER ALLGEMEINE aus Erfurt blickt nach China:

"Nun ist es also absehbar: Deutschland wird den Titel Exportweltmeister an China abtreten. Dieses, nächstes, wenn es gut geht erst übernächstes Jahr. (...) Ein Land mit über einer Milliarde Menschen im Aufbruch entwickelt eine andere Dynamik als eine Gesellschaft mit dem Leitspruch: In der Ruhe liegt die Kraft. Das Gegenmittel ist bekannt: bessere Erzeugnisse. Das wiederum setzt bessere Fachkräfte, vor allem bessere Bildung voraus. Da tut sich einiges, doch nicht genug."

Warnende Töne schlägt auch die ESSLINGER ZEITUNG an:

"Noch sind die Unternehmen dank der Lohnzurückhaltung in den vergangenen Jahren und mannigfaltigen Sanierungsprogrammen wettbewerbsfähig. Noch. Deshalb kommt es jetzt in den Tarifverhandlungen auf das richtige Augenmaß an. Starre Lohnerhöhungen mit einer Drei oder sogar Vier vor dem Komma sind gefährlich. Vielmehr weisen Gewinnbeteiligungen der Arbeitnehmer den Weg in die Zukunft."

Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm übt Kritik an der Vorgehensweise der chinesischen Wirtschaft:

"Ein Grund für das rasante Wachstum im Reich der Mitte ist die ungebremste kriminelle Energie, mit der Industriespionage und Produktpiraterie betrieben wird. Der Respekt vor ausländischen Patenten sei in China unterentwickelt, meinen Fachleute. Das ist eine Untertreibung. Bei weitem nicht alles, was 'Made in China' ist, wurde auch dort erdacht. Der Schaden geht allein in Deutschland in die Milliarden. Das muss deutlich und immer wieder angesprochen werden, auch undiplomatisch."

  • Datum 08.02.2007
  • Autorin/Autor Ursula Kissel
  • Schlagwörter presseschau
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  • Permalink http://p.dw.com/p/9pIL
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